Wirbel um VOX-Show

"Höhle der Löwen": Platzten Deals im Nachhinein?

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Das sind die "Löwen" (v.l.): Vural Öger, Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Wischhusen und Jochen Schweizer.

München - Die Business Show von VOX, bei der Unternehmensgründer bei fünf Verkaufsprofis für ihr Produkt werben, wird derzeit scharf kritisiert. Was ist dran an den Vorwürfen?

Genau seit einem Monat läuft beim Privatsender VOX schon die Show "Die Höhle der Löwen". Die "Löwen", das sind Vural Öger, Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Wischhusen und Jochen Schweizer. Eine harte Jury aus Verkaufsprofis, denen sich Unternehmensgründer stellen müssen. Bei der Produktpräsentation zeigt sich, ob das Produkt von den Löwen unterstützt wird oder ein totaler Flopp ist.

Dabei sind die fünf Jury-Mitglieder und Investoren geradezu erfrischend ehrlich und offen. Ist ein Unternehmer in der Show  nicht vorbereitet oder das Produkt nicht durchdacht, bekommen die Teilnehmer das auch zu hören. Auch den Zuschauern gefällt das anscheinend ganz gut, denn die Quoten der Sendung "Die Höhle der Löwen", die jeweils Dienstagabend gesendet wird, steigen von Woche zu Woche. Zuletzt schalteten 1,84 Millionen Zuschauer ein.

Vorwürfe und Kritik an "Die Höhle der Löwen"

Doch immer wieder wird auch Kritik an dem VOX-Format laut: Deals würden unfair beschlossen, manche Unternehmen hätten nie das versprochene Geld bekommen. Was ist dran an den Vorwürfen?

Da ist zum Beispiel der Deal, den Jochen Schweizer, Vural Öger und Frank Thelen mit dem Startup "Locca" von Julian Breitenecker und seinen Gesellschaftern für 350.000 Euro abgeschlossen haben. Das Geld hat das Startup bis heute nicht bekommen. Frank Thelen gibt im Interview gegenüber des Onlineportals "Deutsche Startups" zu: "Wir werden nicht in "Locca" oder andere Gesellschaften des Gründers investieren." Was war da passiert?

Laut Thelen hätte die Jury von "Die Höhle der Löwen" erst im Nachhinein herausgefunden, dass der Quellcode gar nicht dem Startup gehört. Nach schwierigen Verhandlungen mit dem Anbieter, konnte Julian Breitenecker zwar Verträge vorlegen, aber: "Leider waren diese dann mangelhaft und wir konnten nicht darauf vertrauen, das Produkt ohne Ärger mit dem Fremdanbieter in den Markt zu bringen", so Frank Thelen. Das Vertrauen sei also weg gewesen, ebenso der Wille zu investieren.

"Die Höhle der Löwen": Keine Zeit für Beratungen vor der Kamera

Auch bei den Gründern von "Mycleaner" Abdula Hamed und Slawa Kister ist es nie zu einer Investition gekommen. Der Grund ist hier allerdings ein ganz anderer: Nach eigenen Angaben hätten sie während der Sendung keine Gelegenheit gehabt haben, den Deal-Vorschlag miteinander zu besprechen. Erst bei der Besprechung im Nachhinein kippte dann der Deal. “Nach der Sendung haben wir uns intern intensiv Gedanken gemacht und dazu entschlossen aus mehreren Gründen den Vorschlag von Frau Williams abzulehnen”, erklärt Kister gegenüber dem Nachrichtenportal Meedia.

So ganz zufrieden sind anscheinend auch die "Löwen" manchmal nicht mit den Deals. Frank Thelen gibt sogar zu, dass er mit einigen Deals sehr unglücklich gewesen sei.  Das soll ihm aber nicht noch einmal passieren, sollte es eine zweite Staffel der Show geben. "Es kamen teilweise schwache Gründer in die Show und wir wollten einfach Deals machen", gesteht er gegenüber dem Internetportal "Deutsche Startups".

Trotzdem einen guten Deal machen eigentlich alle Teilnehmer der VOX-Sendung "Die Höhle der Löwen", auch wenn sie ohne Deal mit den "Löwen" nach Hause gehen müssen: Sie können sich selbst und ihr Produkt schon einmal der Öffentlichkeit vorstellen.

Hier sehen Sie die "Höhle der Löwen" live im TV und im Stream.

vf

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