Verlag klagt erfolgreich

Zu wenig Karl May: Namensstreit um neuen RTL-"Winnetou"

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Wotan Wilke Möhring (l) als Old Shatterhand und Nik Xhelilaj als Winnetou reiten 2016 für RTL.

Nürnberg - 2016 will RTL die Neuverfilmung des legendären „Winnetou“-Stoffs ausstrahlen. Doch nach einem Gerichtsurteil müssen neue Titel her.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einer Firma die Produktion von "Winnetou"-Filmen verboten, weil diese mit dem Original fast nichts mehr zu tun haben sollten. "Wo 'Winnetou' drauf steht, muss auch 'Winnetou' drin sein", lautet das Fazit des am Mittwoch verkündeten Urteils. Damit setzte der klagende Karl-May-Verlag seine Titelschutzrechte durch.

Die Produktionsfirma wollte Filme mit Romantiteln wie etwa "Winnetou und der Schatz im Silbersee" oder "Winnetous Tod" auf den Markt bringen, obwohl die Handlungen dem Verlag zufolge kaum noch etwas mit den Karl-May-Romanen zu tun hatten. So lebte etwa Old Shatterhand (Wotan Wilke Möhring) abweichend vom Original als Farmer auf dem Land der Apachen. Und die Bezeichnung "Winnetou" (Nik Xhelilaj) wurde als Synonym für einen Indianerhäuptling genutzt.

Das Landgericht teilte nun die Auffassung des Karl-May-Verlags: Die geplanten Filme würden sich so stark von den Romanvorlagen unterscheiden, dass nicht mehr von deren Verfilmung gesprochen werden könne. Es bestünde bei Benutzung der Titel deshalb eine Verwechslungsgefahr und damit ein Unterlassungsanspruch des Verlags, hieß es in dem Urteil.

Mitte Dezember bei einem Set-Termin in Köln hatte Regisseur Philipp Stölzl („Der Medicus“) auf die neue Richtung der Filme verwiesen: Es gehe um den Austausch von Werten und eine „völlige Neuinterpretation des Winnetou-Mythos“. Stölzl erläuterte: „Das Herzstück der Winnetou-und-Old Shatterhand-Geschichte ist: Zwei Männer, die aus sehr unterschiedlichen Kulturen mit ganz unterschiedlichen Werten kommen und die besten Freunde aller Zeiten werden.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Rat Pack Filmproduktion und auch RTL wollten die Entscheidung der Handelskammer des Nürnberger Landgerichts am Mittwoch nicht kommentieren.

dpa/afp

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