Temperamentvolle Diane Keaton als Stargast

"Wetten, dass..?": Abschied auf Raten bei Lanz

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Markus Lanz begrüßt US-Schauspielerin Diane Keaton in der ZDF-Show "Wetten, dass...?" in Erfurt, rechts Fußball Nationalspieler Benedikt Höwedes.

Berlin/Erfurt - Der ZDF-Showklassiker „Wetten, dass..?“ ist bald Geschichte. Schon im Schlussspurt verliert sie an Anziehungskraft. Am Samstagabend stürzte Markus Lanz in ein neues Quotentief.

Update vom 7. November: Die Uhr tickt: Am Samstagabend sendet das ZDF bereits die vorletzte "Wetten, dass...?"-Sendung aus Graz. Moderator Markus Lanz hat wieder einige Prominente zu sich eingeladen. Alle Wetten und alle Stars bei der Show in Graz, haben wir schon vorab für Sie zusammengestellt.

Update vom 22. Oktober: "Wetten, dass..?" ist mit der vorletzten Show noch einmal in Österreich zu Gast. Alle Infos zu "Wetten, dass..?" aus Graz sowie spannende Statistiken, haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst.

Am Samstag überraschte Lanz mit einer Bemerkung seine Zuschauer und die Gäste im Saal: „Die Sendung hat nicht richtig viel Sinn, aber Spaß macht sie trotzdem.“ Komiker Ralf Schmitz stimmte Lanz leicht verdutzt zu, die temperamentvolle US-Schauspielerin Diane Keaton, der die Bemerkung simultan übersetzt wurde, wurde kurz still.

Dabei hatte sie in Erfurt für eine Menge Stimmung gesorgt - mit ihrer Kusswut. Keiner konnte ihrer Schmatzhaftigkeit entgehen. Zuerst bekam Lanz („Schatz, guck mal weg.“) einen herzhaften Kuss von der 68-Jährigen auf die Lippen gepresst, dann auch Schmitz und schließlich auch der Wettkandidat Detlev Jarchow (59), der Mausefallenmarken an ihrem Zuschnappgeräusch erkannte.

Bilder: Keaton als Ulknudel bei "Wetten, dass...?"

Bilder: Keaton als Ulknudel bei "Wetten, dass...?"

Leicht hatte es Lanz zu Beginn der Sendung nicht, denn er musste mit heiserer Stimme antreten: „Ich hoffe, Sie sind fit durch den Sommer gekommen, ohne WM-Kater und ohne peinliche Fotos von Ihnen im Internet“, begrüßte er sein Publikum. Der Südtiroler verteilte artig Komplimente an die Gastgeber und lobte Erfurt als „schönste Stadt Deutschlands“.

Lanz erinnerte mit seinen Gästen, den Fußball-Weltmeistern Benedikt Höwedes (2014) und Horst Eckel (1954), unter anderem an dem WM-Triumph in Brasilien und gab einen Vorgeschmack auf das Musical „Das Wunder von Bern“, das am 23. November in Hamburg seine Premiere feiert.

Ein geplanter Höhepunkt der Show: Das Comeback der aus Magdeburg stammenden Band Tokio Hotel mit dem neuen Album „Kings of Suburbia“. „Wir hatten lange genug frei - die Pause hat uns gut getan“, sagte Bandmitglied Bill Kaulitz nach fünf Jahren Öffentlichkeits-Abstinenz. Und da hatte Lanz einen lichten Augenblick: „Früher wurden Euch Zahnspangen nachgeworfen, heute Zahnersatz?“

Wettsieger wurde nicht der Mausefallen-Mann, sondern ein Quartett junger Männer, die aus Plastikflaschen in kurzer Zeit ein Surfbrett zusammenbauten und es im Echtbetrieb 10 Sekunden testeten. Mit Surfen hatte auch die Stadtwette zu tun: Lanz wettete, dass es das Meer ferne Erfurt nicht schafft, 100 Einwohner mit Brett und Ausrüstung zusammenzutrommeln. Die Stadt schaffte es: Eine werdende Mutter stempelte auf ihre Brust die Nummer 99, auf den Babybauch die 100.

Lanz erreicht neuen Quotentiefpunkt

Noch zwei Mal muss der viel kritisierte Nachfolger von Altmeister Thomas Gottschalk ran. Im November in Graz, im Dezember in Nürnberg, dann ist nach 33 Jahren das Kapitel „Wetten, dass..?“ beendet. Die Show wird unter anderem deswegen eingestellt, weil die Einschaltquoten mit Lanz als Nachfolger von Thomas Gottschalk seit 2012 stark zurückgegangen waren. Mit der drittletzten Ausgabe des 33 Jahre alten ZDF-Klassikers landete Moderator Markus Lanz am Samstag in Erfurt auf einem neuen Tiefpunkt: Nur noch 5,48 Millionen Zuschauer schalteten die Sendung ein, 6,84 Millionen waren es noch in der April-Ausgabe und 5,85 Millionen im Februar dieses Jahres beim bisher schwächsten Abschneiden.

Talkt Lanz in Zukunft einmal mehr? 

Weil er die Wette verlor, muss Lanz als „Strafe“ bei seiner vorletzten Sendung in Graz (8. November) in landestypischer Tracht auftreten. Am 13. Dezember steigt das Finale in Nürnberg. Was passiert dann mit ihm? Die „Bild am Sonntag“ will erfahren haben, dass sein Talk eventuell viermal statt wie bisher dreimal die Woche zu sehen sein wird. Das ZDF kommentierte dies nicht.

Soll Kerner den ZDF-Samstagabend retten?

Unterdessen keimen wieder Spekulationen auf, wer das neue ZDF-Gesicht am Samstagabend sein könnte. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ ist eine auf Johannes B. Kerner zugeschnittene Show als mögliches Nachfolgeformat vorgesehen. Der 49-Jährige selbst soll an der Konzeption beteiligt werden und maßgeblich redaktionellen Einfluss nehmen dürfen. Weitere Formate mit und für ihn seien zumindest in Planung.

Eine ZDF-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass der Sender bereits alle Kerner-Termine mitgeteilt habe. „JBK“ moderiert am 23. und 30. Oktober sowie am 1. November den „Quiz-Champion“, am 18. Okober die Udo-Jürgens-Gala „Mitten im Leben“ und am 6. Dezember „Ein Herz für Kinder“. „Alles andere sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren“, sagte sie. „Das Show-Programm für 2015 werden wir zur gegebenen Zeit kommunizieren.“

dpa

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