Miese Fortsetzung

Schlechtes Gemetzel in "Wolf Creek 2"

Berlin - Dümmliche Dialoge, platte Klischees und reiner Sadismus: Die Fortsetzung von Greg McLeans "Wolf Creek" kann leider in keiner Hinsicht überzeugen.

Die Idee an sich ist nicht schlecht. Einen Blick hinter die Fassade der nationalen Identität des weißen Australiens werfen? Gerne. Auch hört es sich verlockend an, Themen wie Fremdenfeindlichkeit und Hinterwäldlertum nicht im Sozialdrama, sondern im Horrorfilm zu behandeln. Was in der Theorie gut klingt, muss jedoch in der Praxis nicht gut sein. Im Falle von Greg McLeans Metzel-Exzess „Wolf Creek 2“ ist es sogar gründlich in die Hose gegangen. Technisch gibt es an der Fortsetzung zu Teil eins (2005) wenig auszusetzen. Allein die Kulisse des australischen Outbacks leuchtet so hell – da könnte selbst ein Laie mit dem Handy Top-Aufnahmen hinbekommen.

Dass die Figuren im Vergleich zu den Bildern blass bleiben, liegt im Genre begründet. Für die dümmlichen Dialoge zwischen dem Touristenpaar, das unverhofft in die Hände von Schweinejäger und Menschenschlächter Mick Taylor (John Jarratt) gerät, sollte man dem Drehbuchteam (unter anderen Regisseur McLean selbst) dennoch Watschen verpassen. Überhaupt: Mit Psychologie kann das Filmteam wenig anfangen. Weder gelingt es ihm, mit den Ängsten und Albträumen des Publikums zu spielen, noch entwickelt die Regie Verständnis für ihre Figuren. Der Protagonist bleibt klischeehaft stumpf. Die übrigen Knallköpfe sind ohnehin nur Kanonenfutter. „Wolf Creek 2“ zieht seine Kraft allein aus dem Sadismus – gegenüber Menschen allgemein, im Besonderen aber gegenüber dem Zuschauer.

hil

Rubriklistenbild: © Mark Rogers/KSM Film

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