Jackson mit Turnschuhen auf Rotem Teppich

Zehntausende bei "Hobbit"-Weltpremiere

Wellington - Zehntausende Fantasy-Fans haben am Mittwoch in Neuseeland die Weltpremiere des „Hobbit“-Films gefeiert. Starregisseur Peter Jackson kam in Turnschuhen.

Fantasievoll herausgeputzt mit Elbenohren und Zauberhüten, feierten sie am roten Teppich vor dem Embassy Theatre in Wellington, die Schauspieler und Starregisseur Peter Jackson. Eine mit „Hobbit“-Darstellungen bemalte Maschine von Air New Zealand flog im Tiefflug über das Premierenkino und wurde begeistert bejubelt.

Die Schuhe von Peter Jackson und Tochter Katie

Jackson ist im gewohnten Gammel-Look mit ausgelatschten Turnschuhen erschienen. Mit wildem Haar und offenem Hemd flanierte er am Mittwoch mit zahlreichen Stars aus dem Film über den 500 Meter langen roten Teppich. „Das ist so ziemlich das einzige Paar Schuhe, das ich besitze“, sagte Jackson (51) einem Fernsehreporter. „Ich hatte nicht wirklich eine Auswahl.“ Bilbo Beutlin-Darsteller Martin Freeman meinte trocken: „Gut, dass er nicht barfuß gekommen ist.“

Jackson hatte schon mit der „Herr der Ringe“-Trilogie Hollywood in seine neuseeländische Heimat transponiert und dort eine eigene Filmindustrie mit entstehen lassen. „Der Hobbit - Eine unerwartete Reise“ ist der erste von drei Filmen nach dem Fantasy-Klassiker „Der kleine Hobbit“, ebenfalls von J. R. R. Tolkien, und spielt zeitlich vor dem „Ringe“-Epos. Mitte Dezember kommt Jacksons neuester Streich weltweit in die Kinos, in Deutschland läuft er am 13. Dezember an.

Jackson habe großartige Arbeit geleistet, begeisterte sich der Darsteller des Titelhelden Bilbo Beutlin, Martin Freeman. „Er hat es wieder geschafft“, sagte Freeman. „Falls überhaupt möglich, ist es vielleicht noch besser als 'Herr der Ringe'. Ich glaube, er hat das noch übertroffen.“

Neue Klarheit, alte Magie

Eine Besonderheit des - auch in 3D gedrehten - Films ist, dass Jackson ihn mit 48 Bildern pro Sekunde aufnahm, doppelt so viel wie üblich, um die Bildqualität zu verbessern. Einige Kritiker, die im April vorab Auszüge aus dem Film gesehen hatten, empfanden die Aufnahmen jedoch als zu klar und monierten, dieser Realismus lenke von der Magie der Geschichte ab.

Jackson verglich die technische Neuerung mit der Ablösung der Vinyl-Schallplatte durch die CD. „Ich finde wirklich, 48 Bilder sind der Wahnsinn, und ich freue mich schon darauf, die Reaktionen zu sehen“, sagte der Regisseur auf einer Pressekonferenz vor der Uraufführung. „Darüber wird schon so lange geredet, aber jetzt kommt der Film endlich raus und die Leute können sich selbst ein Urteil bilden.“ Allerdings nicht alle: Nur etwa tausend der 25.000 Kinos weltweit, in denen der Film läuft, sind mit der 48-Bild-Technik ausgerüstet, wie Jackson einräumte. Die große Mehrheit der Zuschauer wird also das traditionelle Format zu sehen bekommen.

Doch auch so soll der Zauber wirken. Gerade junge Leute seien heutzutage oft zufrieden damit, sich Filme auf ihren iPads anzuschauen, sagte Jackson. „Wir müssen einfach das Kinoerlebnis magischer und spektakulärer gestalten, damit die Leute wieder ins Kino gehen.“

dapd/dpa

"Hobbit"-Weltpremiere: Zehntausende Fans und viele Stars

"Hobbit"-Weltpremiere: Zehntausende Fans und viele Stars

Der Hobbit - vom Auenland zum Welterfolg

Die jetzt verfilmte Geschichte vom kleinen Hobbit basiert auf dem Roman „Der Hobbit oder hin und zurück“ (The Hobbit or There and Back Again) des britischen Schriftstellers John Ronald Reuel (J.R.R.) Tolkien (1892-1973).

In dem 1937 erschienenen Buch erhält der Hobbit Bilbo Beutlin in seiner Heimat Auenland ungebetenen Besuch. Der Zauberer Gandalf taucht mit 13 Zwergen in seiner Höhle auf und bittet um Hilfe bei der Suche nach einem vom Drachen Smaug gestohlenen Schatz. Eine abenteuerliche Reise durch Tolkiens Fantasie-Welt beginnt.

Zwischen Nebelgebirge und Düsterwald verteidigen sie sich gegen zwergenfressende Trolle und Riesenspinnen und entkommen dem listigen Gollum. Ihm nimmt Bilbo einen Ring ab, der später in Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“ eine entscheidende Rolle spielt.

Die Freunde finden den Schatz, müssen ihn aber in einer Schlacht von Zwergen, Menschen und Elben gegen die Orks verteidigen. Mit Gold und Silber beladen kehrt Bilbo heim und widmet sich wieder seiner Lieblingsbeschäftigung: in Ruhe täglich sechs Mahlzeiten essen.

In den Jahren nach seinem Erscheinen war das Buch ein Ladenhüter. Heute wird die Gesamtauflage auf bis zu 100 Millionen Exemplare geschätzt.

dpa

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