Große Bandbreite: Die Trickfilmklasse zeigte im Bali-Kino mehr als 30 aktuelle Produktionen

Von Vätern, Söhnen und Monstern

Grafisch: Szene aus „From Dad To Son“ von Nils Knoblich, der auch auf der Berlinale zu sehen sein wird. Foto: nh

Kassel. Die Frage, wann der nächste Oscar komme, werde immer wieder gestellt, meinte Professor Thomas Meyer-Hermann vor der Präsentation der Trickfilmklasse am Mittwochabend im Bali-Kino. Der letzte für „Quest“ von Tyrone Montgomery and Thomas Stellmach ist 16 Jahre her.

Aber dafür haben die Kasseler mehr als 50 internationale Festival-Preise abgeräumt - und angesichts dieses kontinuierlichen Erfolges kann man die Oscar-Frage mal vergessen.

„Trickreich“, der Rückblick auf das vergangene Jahr, bot mit über 30 Arbeiten wieder einen eindrucksvollen Beweis des hohen Niveaus und der großen Bandbreite des Kasseler Animationsfilms - sowohl in ästhetischer als auch inhaltlicher Hinsicht. Zum Beispiel „Henker“ von Baoying Bilgeri und „From Dad to Son“ von Nils Knoblich: Zwei Vater-Sohn-Geschichten, aber in Machart und Wirkung denkbar unterschiedlich. Düstere und bedeutungsschwere 3D-Computeranimation die eine (mit dem Prädikat „besonders wertvoll“); mit Papierfiguren in klassischer Stop-Motion-Technik gedrehte, pointierte Parabel die andere - womit Knoblichs Arbeit zu den Favoriten zählte.

Daniel von Bothmer konnte gerade dadurch überzeugen, dass er im hinreißend gekrakelten, absurd komischen „Baron der Raben“ mögliche Erwartungen an die Symbolik seiner märchenhaft anhebenden Erzählung ironisch unterlief.

Mit „Happy Life“ von Xin Sun und Yun Li, einer ebenso witzigen wie vielschichtigen Geschichte von einem Jungen, der Nacht für Nacht kleine Monster in seinem Bett findet, die er panisch im Wald entsorgt, fand der Abend einen würdigen Abschluss.

Von Fabian Fröhlich

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