Debatte um Putin-Freund

Gergiev: Münchner Opernintendanten üben Kritik

Vladimir Putin (R) mit seinem Freund Valery Gergiev

München - Dem russischen Dirigenten und Putin-Freund Gergiev wird vorgeworfen, er trage die Diskriminierungspolitik des Präsidenten mit. Nun melden sich Münchner Opernintendanten zu Wort.

In der Diskussion um den russischen Dirigenten Valery Gergiev haben sich nun auch Nikolaus Bachler, Intendant der Bayerischen Staatsoper, und Josef E. Köpplinger, Intendant des Münchner Gärtnerplatztheaters, zu Wort gemeldet. "Ich finde, das Fundament der Kunst ist Wahrhaftigkeit und Humanität", sagte Bachler dem Münchner Merkur (Samstagsausgabe). "Es versteht sich daher von selbst, dass man schon aus Eigeninteresse als Künstler nicht schweigen kann zu Inhumanität und Menschenrechtsverletzungen."

Gergiev wird vorgeworfen, er trage als Freund des russsischen Präsidenten Wladimir Putin dessen Diskriminierungspolitik mit. Ähnlich wie Bachler äußerte sich Köpplinger im Münchner Merkur: "Gerade wenn man auf gelebte Geschichte zurückblickt, auf das 20. Jahrhundert mit all seinem Terror und seinen Auswüchsen, auch auf die vergangenen zehn Jahre, dann müsste es für einen vernünftig denkenen Menschen reichen, zu gewissen Dingen zu sagen: Nein, so nicht."

Nicht jeder Mensch sei persönlichkeitsstark genug, für eine humane Sache einzutreten, sagte Köpplinger. "Entscheidend ist bei der ganzen Sache der Unterschied zwischen Diplomatie und Opportunismus, der muss deutlich gemacht werden."

Thiel

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