"Einzig richtiger Weg"

Udo Lindenberg unterstützt Merkels Flüchtlingskurs

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Udo Lindenberg hat kein Verständnis für Menschen, die Stimmung gegen Flüchtlinge machen.

Berlin - Panikrocker Udo Lindenberg (69) unterstützt den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik: "Das halte ich für den einzig richtigen Weg", sagte Lindenberg dem Münchner Merkur (Donnerstag).

Es ist wie so oft bei Udo Lindenberg. In wenigen Zeilen sagt er mehr als andere in dicken Büchern: „Ey, lass’ zusammenhalten/ Dann kommt die Sonne durch/ Wir sind doch Lichtgestalten/ Ey, das weißt du doch“ heißt es in der aktuellen Single „Durch die schweren Zeiten“, der ersten Auskopplung aus dem Album „Stärker als die Zeit“, das Ende April erscheint.

Im Gespräch mit unserer Zeitung macht der 69-Jährige klar, dass er den Song, zu dem morgen das offizielle Video erscheint, unter anderem als Kommentar zur Flüchtlingskrise verstanden wissen will: „Die Politik und die Schräglage der Welt wirken auch auf mich. Das reflektiere ich in meinen Texten.“ Liedzeilen wie „Wir finden einen Weg, so wie jedes Mal“ beziehen sich auch auf die europäische Gemeinschaft: „Europa ist doch eine tolle Vision!“ Vor dem Hintergrund von zwei Weltkriegen sei „diese Vision eines vereinten Europa mit Zusammenhalt, Solidarität und dem Anspruch, gemeinsam durch schwierige Zeiten zu gehen, die Zielsetzung unserer Kanzlerin“, erklärt Lindenberg und ergänzt: „Das halte ich für den einzig richtigen Weg.“

Lindenberg: "Man muss es in Europa hinkriegen"

Natürlich sei die Lage wahnsinnig schwierig und vielschichtig – „schnelle Antworten kann niemand geben. Das sehen wir auch an den Verhandlungen in Brüssel wieder“, sagt Lindenberg über den EU-Flüchtlingsgipfel. Als Beispiel nennt er das Taktieren der EU bei den Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Erdoan. Dessen Land sieht der Sänger ebenfalls kritisch, vor allem mit Blick auf die Meinungsfreiheit: „Kein Küsschen auf der Straße, und wenn Männer Händchen halten, kommen sie sofort in den Knast. So ist das in der Türkei.“ Das zeige, wie „hochkompliziert“ die Gespräche seien. „Aber es gibt ja keinen anderen Weg. Man muss es mit Europa hinkriegen – in jedem Fall.“

Kein Verständnis hat Lindenberg, der im Mai seinen 70. Geburtstag feiert, für all jene, die gegen Flüchtlinge Stimmung machen: „Diese dumpfen Hirntoten, die schreien ,Brennt das Flüchtlingsheim nieder und schickt sie zurück in die Geisterstädte Aleppo und Homs, in den Krieg, in die Hände des IS‘ – das ist eine Schande, dass das ausgerechnet in Deutschland passiert. Ausgerechnet auch im Osten Deutschlands, wo die doch wissen müssen, wie es ist, mit Unterdrückung, Repressalien und Diktatur leben zu müssen. Das ist sehr, sehr traurig, das zu sehen. Aber umso weniger dürfen wir resignieren; wir müssen weiterpowern für die Bunte Republik Deutschland.“

Lindenbergs neues Album "Stärker als die Zeit"

„Stärker als die Zeit“ heißt das neue Album von Udo Lindenberg, das am 29. April erscheint. Am 24. und 25. Mai spielt Lindenberg in der Münchner Olympiahalle, am 18. Juni ist er im Grundig Stadion in Nürnberg zu Gast. Karten unter Telefon 01806/ 57 00 70.

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