Frischer Duft in alter Mühle

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Hell und luftig: Müller Christoph Hold freut sich auf viele Gäste im neuen Hofladen.

Historische Gebäude unterliegen einem ganz besonderen Schutz. Wenn man plant, die oft denkmalgeschützten Bauten mit neuem Leben zu füllen, muss man sehr viel Fingerspitzengefühl an den Tag legen. Im Fall der Hagenmühle in Grebenstein ist das Vorhaben voll und ganz gelungen.

1429 wurde die Hagenmühle erstmals erwähnt. Seit 200 Jahren befindet sie sich im Familienbesitz und Christoph Hold ist in siebter Generation Müller. Der 29-Jährige übt sein Handwerk seit drei Jahren wieder in Grebenstein aus und hat sich nun zu einer Erweiterung seines Kerngeschäfts entschlossen.

Freitags wird gebacken

„Bei uns ist jeden Freitag Backtag“, so der Müller, „das kennen und mögen unsere Stammkunden. Darüber hinaus kommen immer wieder interessierte Gruppen, die eine Führung durch die Hagenmühle wünschen.“ Um den Anforderungen seiner Kundschaft gerecht zu werden, hat er gemeinsam mit Architekt Karl Werner Botte die Hagenmühle umgebaut.

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Auf den ersten Blick fällt der neue, 85 Quadratmeter große Hofladen auf, der Platz in der 100 Jahre alten Scheune gefunden hat. Hell und luftig, in angenehmen Farben und mit einigen Sitzplätzen für ein Café ausgestattet werden hier künftig unter anderem Mehle, Brotschrote, Sämereien, Wein, Wild und Holzarbeiten angeboten.

„Eigentlich hatten wir geplant, im Obergeschoss einen Saal einzurichten, doch nun ist dort eine Zahnarztpraxis eingezogen“, berichtet der Architekt, „deshalb sind wir auf die Nebengebäude ausgewichen und haben in dem 200 Jahre alten Gebäude einen Mehrzweckraum eingerichtet, der von Gruppen gemietet werden kann.“ Angeschlossen ist nicht nur eine vollständig eingerichtete Küche, sondern auch ein Gewölbekeller aus dem Mittelalter, der ein ganz besonderes Flair verströmt.

Nach einer Bauzeit von 15 Monaten und Kosten von insgesamt 950 000 Euro feiert Christoph Hold die Fertigstellung der Baumaßnahmen mit einem Tag der offenen Tür am 15. Oktober von 11 bis 18 Uhr. „Ich bedanke mich bei allen, die am Umbau beteiligt waren und uns so gut geholfen haben. Nicht nur die Handwerker haben einen tollen Job gemacht, auch die Stadt Grebenstein und der Denkmalschutz waren überaus kooperativ und haben uns nach Kräften unterstützt.“ (zgi)