Ahrend lebt seit Jahrzehnten im Baunataler Stadtteil Altenritte. Geboren wurde sie als Ria Koch im Nachbarort Großenritte.
Nach der Volksschule wechselte die junge Ria nach Kassel zur Heinrich-Schütz-Schule. „Ich ging immer gern in die Schule“, sagt sie. Für ihre Ausbildung sei sie bis heute Eltern und Lehrern dankbar. Nach der mittleren Reife absolvierte Ria Koch eine Lehre als Versicherungskauffrau. 1957 heiratete sie Hans Ahrend, vor drei Jahren hat das Paar Goldene Hochzeit gefeiert. Drei Kinder gingen aus der Ehe hervor, eine Tochter starb 2006. Sechs Enkelkinder erfreuen die Großeltern.
1960 gründeten die Ahrends eine Druckerei, die sie 25 Jahre betrieben. Inzwischen führt Sohn Hermann das Unternehmen fort.
Ria Ahrend reist gern in ferne Welten – dank dem Ruhestand ist das nun endlich möglich. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie China, Indien, Afrika, Amerika und viele europäische Länder besucht.
Hobbys der nun 75-Jährigen sind von jeher Lesen, Fotografieren, Filmen und Malen. Auch die HNA hat einige ihrer Fotos veröffentlicht.
Nach dem Besuch der Schreibwerkstatt Kaufungen wurde Ahrend zur Autorin, die teils in Mundart schreibt, wofür es 2001 den Axel-Herwig-Preis gab. Ihre Titel: 1997 „Rote Kirschen“, 1999 „Heere moh“, 2001 „Spiegelbilder“ (mit eigenen Aquarellen, Ölbildern und Fotos), 2006 „Erlebtes, Erdachtes, Erträumtes“ und 2009 „Mäuse, Mäuse – nichts als Mäuse“.
Über 300 Lesungen in ganz Nordhessen zählt Ria Ahrend in ihrer Bilanz auf. Allein 2009 sei sie 70-mal aufgetreten.
Alles nicht genug. Ab 2004 spielte die Wahl-Altenritterin drei Jahre im Seniorenensemble des Staatstheaters Kassel, drei Stücke kamen auf die Bühne. Seit 2004 schlüpft sie zudem in die Rolle der Märchenfrau von der Knallhütte. Für den Heimatverein Dorothea Viehmann Niederzwehren hat sie gut 200 Auftritte bestritten. Doch damit soll im Sommer Schluss sein, das kündigt die so vielseitig interessierte und manchmal recht resolute Ria Ahrend an, die auch noch das Baunataler Literaturcafé organisiert. Schließlich dürfte man sich mit 75 etwas mehr Ruhe gönnen.
Von Ingrid Jünemann
































