70 Helfer im Einsatz: Altes Hotel wird zur Notunterkunft

Das Kurpark-Hotel Bartels an der Dr.-Heinrich-Jasper-Straße: Hier entsteht die Notunterkunft für Flüchtlinge. Foto: Schwekendiek

Bad Gandersheim. Großeinsatz für die Johanniter und das Technische Hilfswerk: Seit Montag richten 70 Helfer das ehemalige Kurpark-Hotel Bartels in Bad Gandersheim als Notunterkunft für Flüchtlinge her.

Mehrere Jahre stand der Komplex leer, entsprechend viel gibt es für die Einsatzkräfte zu tun.

„Das sind erstmal ganz grundlegende Dinge“, erklärt Thomas Trogisch von den Johannitern aus Northeim, der im Stab für die Einsatzlage zuständig ist. „Die Heizungsanlage muss instand gesetzt werden, der Strom war abgestellt und fließendes Wasser gibt es auch nicht.“ Deshalb haben die Johanniter das Technische Hilfswerk um Amtshilfe gebeten. 50 Freiwillige des THW aus Salzgitter, Wolfenbüttel, Goslar, Einbeck und Hann. Münden waren im Einsatz.

Schon zum Ende der Woche könnten die ersten Flüchtlinge ins Kurpark-Hotel einziehen. „Das hängt davon ab, wie weit wir mit den Vorbereitungen sind“, erläutert Einsatzleiter Marc Küchemann. Zunächst müsse jedes Zimmer einen Wasseranschluss erhalten, außerdem würden zusätzliche Betten benötigt. Auch in Sachen Brandschutz gebe es einiges zu tun.

Dauerhaft bleiben werden die Flüchtlinge in Bad Gandersheim aber wohl nicht: Sie sollen nur vorübergehend in der Notunterkunft untergebracht werden, bis ihre weitere Verteilung in Niedersachsen möglich ist.

Wie viele Flüchtlinge in den nächsten Tagen in Bad Gandersheim ankommen, ist derzeit noch unklar. Das Hotel bot in 96 Zimmern einst 144 Kurgästen Platz. Viele Zimmer sind noch mit Betten und Schränken ausgestattet. Dass der Zahn der Zeit am Inventar genagt hat, ist aber deutlich zu sehen. „In manchen Zimmern haben sich wohl Jugendliche einen Spaß erlaubt und Feuerlöscher ausprobiert“, sagt Thomas Trogisch. „Da müssen wir natürlich was machen.“

Am Montag waren Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks unter anderem damit beschäftigt, kaputte Möbel aus den Zimmern zu räumen, Steckdosen zu reparieren und Fluchtwege zu schaffen.

„Wir setzen derzeit alle Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe ein, die wir an anderer Stelle entbehren können“, berichtet Maike Müller, Pressesprecherin des Johanniter-Regionalverbands Südniedersachsen. Aber auch hilfsbereite Bürger aus Bad Gandersheim und Umgebung könnten mit anpacken. Für alle, die helfen wollen, gibt es am Dienstag um 11 Uhr ein Treffen im Hotel, das von Sandra Trogisch organisiert wird.

Bevor die ersten Flüchtlinge eintreffen, wollen die Johanniter noch eine Kleiderkammer in der Unterkunft einrichten. Dort sollen demnächst auch Sachspenden entgegen genommen werden. „Von unserer Notunterkunft in Rosdorf bei Göttingen wissen wir, dass vor allem Kinderkleidung und kleine Männerschuhe benötigt werden“, sagt Müller.

Weitere Aufgaben der Johanniter werden die Betreuung und die Verpflegung der Flüchtlinge sein. „Das Essen bekommen wir von einem Caterer geliefert. Selbst kochen müssen wir also nicht“, so Müller. Wenn die Unterkunft in Betrieb ist, werden die Mitarbeiter der Johanniter rund um die Uhr vor Ort sein, denn sie sind auch für das körperliche Wohl der Flüchtlinge zuständig. Darum wird sich der Sanitätsdienst kümmern.

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