Stadt und Kreis rechnen mit weiterem Anstieg der Zuweisungen

Mehr Flüchtlinge erwartet: Neubauten in Stadt und Kreis Kassel nötig

Kassel. Die Flüchtlingskrise erlaubt Stadt und Kreis Kassel keine Verschnaufpause. Für das neue Jahr richten sich die Kommunen auf einen weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen ein.

Weil die verfügbaren Immobilien, die sich als Flüchtlingsunterkunft eignen, weitgehend ausgeschöpft sind, werden auch Neubauten nötig sein. Stadt und Landkreis sind bereits in Gesprächen mit möglichen Investoren und Wohnungsbaugesellschaften.

In diesem Jahr hat die Stadt Kassel rund 1600 neue Flüchtlinge aufgenommen - mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr (480). Aktuell leben insgesamt 1950 Asylbewerber in städtischer Unterbringung. Dem Landkreis wurden über das Jahr 2000 Flüchtlinge neu zugewiesen (2014: 570). Ingesamt ist der Kreis derzeit für 2400 Flüchtlinge zuständig. Hinzu kommen die Flüchtlinge in den sieben - allesamt im vergangenen halben Jahr errichteten - hessischen Erstaufnahmeunterkünften in der Stadt (810 Menschen) und im Landkreis (1600).

Im Rathaus und der Kreisverwaltung rechnet man damit, dass die wöchentlichen Zuweisungszahlen sich 2016 nochmals steigern werden. Kassel kalkuliert mit bis zu 100 Flüchtlingen in der Woche, der Kreis mit 140. Zudem sind Stadt und Kreis in Habachtstellung, weil sie im Auftrag des Landes über einen Katastrophenschutzbefehl vermutlich Anfang des neuen Jahren jeweils 1000 Flüchtlingen zusätzlich ein Obdach bieten müssen.

„Unsere Immobilienfahnder sind im Dauereinsatz“, sagt Kassels Sozialdezernent Christian Geselle. Gleichwohl werde man ohne Neubauten nicht mehr die benötigten Kapazitäten schaffen können. Ziel sei weiterhin, die Belegung von Turnhallen und öffentlichen Gebäuden zu vermeiden. Nach Informationen der HNA soll unter anderem das Gelände an der Bunsenstraße (Nordstadt), das vor zwei Jahren als Standort für eine Container-Unterkunft im Gespräch war, bebaut werden.

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