Abgesagtes Konzert in Rhoden: Augenzeuge will Baseballschläger gesehen haben

Diemelstadt-Rhoden. Auch zwei Tage nach dem abgesagten Rockkonzert rechter Rockgruppen in Rhoden ist der Großeinsatz der Polizei immer noch Stadtgespräch.

Ein Leser, der in der Landstraße unterwegs war, stellte der Redaktion ein Video zur Verfügung, das zeigt, wie mehrere weiße Transporter mit Kennzeichen aus dem Havelland und Wesel am Straßenrand halten und aus ihren jeweils bis zu neun dunkel gekleidete Männer mit kahl geschorenen Köpfen entspringen.

Sie alle streben in Richtung Stadthalle, doch am Kuhweg in Höhe des Gasthauses Krug hat die Polizei schon eine Sperre aufgebaut und weist alle zurück, die hier durch wollen.

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Ein anderer Leser schreibt der Redaktion: „Im Warburger Weg stiegen Glatzköpfe aus, mit Schnaps und Bierflaschen in der Hand, im Kofferraum mehrere Rucksäcke und Baseballschläger, konnte ich erkennen. Die Gestalten alle mit Kampfstiefeln, teils weiße Schnürsenkel – auch die drei Frauen hatten sehr feste Schuhe an. Ein Glatzkopf versteckte dann bei einer der Frauen etwas in der Handtasche und diese gingen dann in Richtung der Stadthalle.“

Ein anderer Leser beschreibt die Situation in der Landstraße so: „Davor haben diese Personen in Gruppen vor Sparkasse und dort, wo Flüchtlinge wohnen, gestanden. Diese Personen sind in der Masse, in der sie auftreten schon furchterregend.“

Durch diese Leserberichte und andere Hinweise wird immer deutlicher, wie wichtig die massive und gut koordinierte Intervention der Polizei war. „Nicht auszudenken, was die erwarteten bis zu 700 Rockfans zu vorgerückter Stunde und in angetrunkenem Zustand in der Stadthalle hätten anstellen können“, sorgen sich manche Rhoder.

Die Polizei hatte offenbar schon seit längerem Hinweise auf ein geplantes, rechtes Rockkonzert in Nordhessen. Allerdings fehlte den Ermittlern der Hinweis auf den geplanten Veranstaltungsort.

Dazu passt, dass der gleiche Veranstalter, der die Stadthalle in Rhoden angemietet hat, auch das Bad Arolser Rathaus angeschrieben haben soll. Bad Arolsens Bürgermeister Jürgen van der Horst bestätigte, dass es eine Mietanfrage für die Twisteseehalle gegeben habe.

Rubriklistenbild: © nh

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