Fragen und Antworten: So soll die neue Spur funktionieren

Seltene Verkehrsregelung: Allendorfer wollen Einfädelspur für B253

+
Das Verkehrsschild zeigt, wie man als Linksabbieger in den Verkehr einfädelt. Vorteil: Man muss zunächst nur den Verkehr von links abwarten.

Allendorf-Eder. Um den Straßenverkehr auf der Bundesstraße 253 bei Allendorf sicherer zu machen, hat die SPD am Dienstagabend im Allendorfer Gemeindeparlament eine ganz neue Idee ins Spiel gebracht.

Eine Einfädelspur für Linkseinbieger auf die Bundesstraße am Abzweig Rennertehausen.

Weil man eine solche Einfädelspur hierzulande kaum kennt, gab es einigen Erklärungsbedarf.

Was ist eigentlich eine Einfädelspur? 

Am Abzweig Rennertehausen würde eine Einfädelspur bedeuten, dass Fahrzeuge, die aus Rennertehausen nach links auf die Bundesstraße in Richtung Battenberg einbiegen, auf eine zusätzliche Einfädelspur in der Mitte der Fahrbahn fahren - dort, wo bisher die quergestreifte Sperrfläche ist. Von dieser Einfädelspur biegen die Fahrzeuge dann in den laufenden Verkehr in Richtung Battenberg ein.

Was soll die Einfädelspur bringen? 

Bisher müssen Linkseinbieger auf die B 253 den Verkehr aus beiden Fahrtrichtungen - Frankenberg und Battenberg - abwarten, was vor allem morgens zu Arbeitsbeginn bei Viessmann „kritisch“ sei, wie Norbert Schäfer (SPD) erläuterte.

Die Einfädelspur sei „mit wenig Aufwand umzusetzen“, sagt Schäfer, die Straße sei breit genug, man müsse nur die Markierung verändern.

Wie hat das Parlament entschieden? 

Auch wenn Einfädelspuren in Deutschland selten sind und kaum einem der Gemeindevertreter bekannt waren, stimmten dem Antrag bis auf eine Enthaltung aus der CDU alle zu. Der Gemeindevorstand wird sich nun beim Landkreis und der Verkehrsbehörde Hessen-Mobil für die Einfädelspur einsetzen.

Wie schätzt der Landkreis den Antrag ein? 

Die HNA hat den Landkreis um eine erste Einschätzung zu einer Einfädelspur bei Rennertehausen gebeten. Frank Meiser vom Fachdienst Verkehr sagte, dass zunächst die Mindestlänge der Einfädelspur geklärt werden müsse und ob die Straßenbreite für die Einfädelspur ausreicht.

Erfahrungen mit Einfädelspuren gebe es bisher überwiegend aus dem Ausland, etwa Italien und Spanien, in Hessen würden solche Markierungen vereinzelt in Autobahnnähe aufgebracht. „Im Hinblick auf die vergleichsweise geringe Verkehrsbelastung der B 253 ist fraglich, ob die Errichtung solcher Einfädelspuren im Bereich des genannten Streckenabschnitts als erforderlich angesehen würde“, sagte Meiser.

Und er nennt noch einen zweiten Aspekt: „Aufgrund der bislang geringen Verbreitung einer derartigen Verkehrsregelung besteht die Gefahr, dass Fahrer die Verkehrssituation falsch einschätzen und dadurch statt der Verbesserung der Verkehrssicherheit eine Steigerung der Unfallzahlen herbeigeführt wird. Daher ist auch die Einschätzung der Polizei von Bedeutung.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.