Polizei warnt vor Anrufen

Angebliche „Microsoft“-Mitarbeiter prellten Rentner um 10.000 Euro

Waldeck-Frankenberg/Wittgenstein. Einmal mehr haben Betrüger in der Region zugeschlagen, sich als Mitarbeiter des Computerkonzerns Microsoft ausgegeben und einem Rentner die Konten geplündert.

Mehr als 10.000 Euro verlor das Opfer auf diese Weise. Die Polizei warnt ausdrücklich vor den Anrufen angeblicher Support-Mitarbeiter.

Die Anrufer suggerieren ihrem Opfer dabei in englischer Sprache (mit deutlich erkennbar asiatischem Akzent), dass Microsoft einen angeblichen Viren- oder Trojanerbefall auf dem genutzten Computer festgestellt habe. Entsprechende Meldungen - so erläutert der Anrufer dann weiter - seien mehrfach beim Microsoft-Support eingegangen und man wolle dem Nutzer nun helfen, diese Infektion zu beseitigen.

Tatsächlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass der oder die Täter bereits zuvor eine Schadsoftware auf dem betroffenen Computer installiert haben und der Nutzer tatsächlich Probleme mit seinem Rechner hat.

Während des Telefonats wird das Opfer nun aufgefordert, diverse Einstellungen im Betriebssystem vorzunehmen oder bestimmte Programme zu installieren. Hierbei wird dem Täter ein Fernzugriff auf den Rechner ermöglicht, so dass dieser nun ohne Zutun des Eigentümers den Computer bedienen kann. Hierbei können sensible Daten ausgespäht oder zusätzliche Spionageprogramme installiert werden.

Letztlich wird für die angebliche Serviceleistung ein Geldbetrag gefordert, welcher in der Regel per Kreditkarte oder Online-Überweisung bezahlt wird. So gelangen die Täter an die Kreditkarten- beziehungsweise Bankdaten des Opfers.

Aktuell wurde ein Rentner im Nachbarkreis Siegen-Wittgenstein Opfer der Betrugsmasche und ist nun rund 10.000 Euro ärmer. Bei dem Mann agierten die Täter am Telefon über einen Zeitraum von insgesamt vier Stunden und führten ihr Opfer dabei gezielt in die Irre.

Schließlich meldete sich eine (tatsächlich) besorgte Mitarbeiterin des (tatsächlichen) Bankinstituts des Seniors bei dem Senior und machte ihn auf verdächtige Online-Überweisungen aufmerksam: Sein Girokonto war nämlich von den dreisten Betrügern komplett leer geräumt worden.

Zudem waren Sparbuch-Beträge auf das Girokonto umgebucht und ebenfalls weiter verfügt worden. Der Schaden dürfte sich insgesamt auf mehr als 10.000 Euro belaufen.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass Microsoft nie unangemeldet oder unaufgefordert Support-Anrufe tätigt, um Computerprobleme zu beheben, wie es hieß.

Die Kriminalpolizei rät daher:

- Beenden sie solche Telefonate umgehend

- Sollten bereits Änderungen erfolgt sein, trennen sie umgehend die Internetverbindung und lassen sie den Computer fachkundig auf mögliche Schadsoftware überprüfen

- Nehmen sie keine Zahlungen vor

- Falls im Display angezeigt, notieren Sie sich die Telefonnummer des Anrufers

- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

www.112-magazin.de

Rubriklistenbild: © dpa

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