Keine dauerhaften Wohnungen in leerer Flüchtlingsunterkunft

Während der Bauarbeiten: Die neuen Flüchtlingsunterkünfte auf dem Mengeringhäuser Hagen bleiben nach derzeitigem Stand ungenutzt. ArchivfFoto: Schulten

Mengeringhausen. Bad Arolsens Bürgermeister Jürgen van der Horst war überrascht von der Entscheidung des Landes, die gerade erst für sechs Millionen Euro fertiggestellten Wohnblocks für Flüchtlinge in Mengeringhausen doch nicht in Betrieb zu nehmen.

„Wir hatten der Landesregierung schon Anfang des Jahres eine solche Option eröffnet. Wir hätten den Bau stoppen können. Doch damals war die Lage noch eine andere“, stellt der Bürgermeister fest.

Für die Stadt sei jedenfalls kein Schaden entstanden. Bauherr für die vier Wohnblocks mit 528 Plätzen samt Verwaltungstrakt im ehemaligen Kasino der früheren Kaserne in Mengeringhausen sei das Land Hessen. Es gebe einen langfristigen Pachtvertrag mit der Bioenergiepark GmbH. Der werde eingehalten. Auch das sei nicht zum Schaden der Stadt. Die Pachtzahlungen seien aber moderat.

Man habe auch schon begonnen, über eine mögliche Nachnutzung nachzudenken, sagt van der Horst. Vom Abriss bis zum Neuaufbau an anderer Stelle als Reihenhaussiedlung sei alles möglich. Das liege an der flexiblen Holzständerbauweise. Das sei aber alles noch nicht spruchreif. Auf keinen Fall aber sei eine dauerhafte Wohnnutzung an dieser Stelle möglich. Schließlich sei baurechtlich ein Industriegebiet in der Nähe.

Doch zum jetzigen Zeitpunkt warnt der Bürgermeister vor übereilten Maßnahmen. Schließlich könne sich auch jederzeit die Flüchtlingssituation wieder ändern: „Wir leben in einer schwierigen Zeit. Vielleicht befinden wir uns im Moment auch nur im Auge des Orkans.“

Betroffen von der Nicht-Nutzung sind auch 13 Mitarbeiter des Bathildisheims in Bad Arolsen. Die Pflegeeinrichtung hatte seit Eröffnung des Flüchtlingscamps in der Mengeringhäuser Altstadt einen Betreuungsauftrag vom Land - für Essen und die sozialpädagogische Betreuung der Flüchtlinge.

Die 13 Mitarbeiter sollten auch in den neuen Wohnblocks arbeiten. Für sie werden nun - zum Teil intern - neue Stellen gesucht.

(Von Elmar Schulten)

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