Prozess gegen Messerstecher von Bad Wildungen hat begonnen

Kassel/Bad Wildungen. Durch einen Zufall ist ein 33-Jähriger Anfang dieses Jahres in der Bad Wildunger Bahnhofstraße Opfer einer Messerattacke geworden. Der Stich war so heftig, dass die Klinge abbrach, der heute 33-Jährige erlitt schwere Verletzungen.

Aktualisiert um 17.30 Uhr

Am Montag begann vor dem Kasseler Landgericht der Prozess gegen einen 25-jährigen aus Waldeck-Frankenberg, der an jenem Januartag aus heiterem Himmel zugestochen hat.

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Es geht in diesem Prozess um die Unterbringung des 25-Jährigen in der Psychiatrie, denn der Angeklagte war wegen einer seelischen Erkrankung zum Zeitpunkt der Tat nach derzeitigem womöglich Stand schuldunfähig. „Ich höre Stimmen, die mich testen wollen, ich weiß aber nicht warum“, sagte der Angeklagte am Montag. Die Stimmen seien vor der Tat so laut gewesen, dass er gedroht habe, jemanden zu erstechen, wenn es nicht aufhört.

Das Messer habe er dann auch „mit Vorsatz mitgenommen“. Da kam ihm der damals 32-Jährige auf einem Fahrrad entgegen. Die beiden kannten sich bis dahin nicht, wie sie vor Gericht bestätigten. Als sich der Radfahrer auf seiner Höhe befand, stach der 25-Jährige zu. Als er später an einer Pfütze vorbeikam, habe er sich niedergekniet und daraus getrunken. „Ich dachte, dann stirbt der Mann vielleicht nicht.“ Warum er diesen Mann ausgewählt hat, konnte er vor Gericht nicht erklären: „Ich weiß es nicht.“ Sein Leben, sagte der 25-Jährige, sei nach der Schule „den Bach runtergegangen“. Er habe Drogen genommen, sei auf die schiefe Bahn geraten und habe zwei Mal im Gefängnis gesessen. Sein Vorstrafenregister weist diverse Straftaten auf.

An dem Tag, an dem der Vorfall passierte, habe er neben Medikamenten auch Drogen genommen. Ein psychiatrisches Gutachten soll erklären, in welcher Weise sich die psychische Verfassung auf seinen Zustand zur Tatzeitausgewirkt haben. Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt. (pas)

Hintergrund: Sicherungsverfahren

Gegen den 25-jährigen wird in einem Sicherungsverfahren verhandelt. Eine Verurteilung zu einer Geld- oder Freiheitsstrafe kommt nur dann in Betracht, wenn der Täter verhandlungsfähig und zum Zeitpunkt der Tat schuldfähig war. Eine Schuldunfähigkeit kann dann vorliegen, wenn der Täter aufgrund einer krankhaften seelischen Störung unfähig war, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. In diesen Fällen kommt ein Sicherungsverfahren zum Schutz der Allgemeinheit vor gefährlichen Straftätern in Betracht. Am Ende kann die Unterbringung des Täters in einem psychiatrischen Krankenhaus stehen. (nh/sch)

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