Battenberger Flüchtlinge: Klares Bekenntnis gegen Gewalt

Im DRK-Wohnheim am Wingertsberg in Battenberg: Diese Flüchtlinge und ihre deutschen Gäste verurteilen Gewalt in Köln und anderen Städten. Vorn rechts: Initiator Alaa Shaddad aus Syrien. Foto: Hoffmeister

Battenberg. Ein klares Bekenntnis gegen Gewalt haben die in Battenberg lebenden Flüchtlinge nach den Ausschreitungen in der Silvesternacht in Köln abgegeben.

„Es ist uns ein großes Bedürfnis, uns an die deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu wenden“, sagte der Initiator der Aktion, Alaa Shaddad, bei seiner Ansprache am Montag in deutscher und arabischer Sprache. Von den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht seien die in Battenberg lebenden, gut 70 Flüchtlinge „zutiefst betroffen“. Alaa Shaddad: „Wir distanzieren uns entschieden. Solche Übergriffe sind durch nichts zu entschuldigen! Wir sind aus Diktaturen vor Verfolgung und Gewalt geflohen. Wir lehnen Gewalt in jeder Form ab.“

Der Dank der Flüchtlinge galt gleichzeitig den Battenbergern. Etliche Frauen und Männer, die sich aktiv um die Integration der Asylbewerber aus Syrien, Eritrea, Albanien, Somalia und Afghanistan kümmern, waren der Einladung ins Flüchtlingswohnheim gefolgt: unter anderem Bürgermeister Christian Klein, Dieter Wolf (ev. Kirche und LG Eder), die katholische Pfarrbeauftragte Claudia Heuser und Martina Radke.

Alle Besucher erhielten eine Rose und wurden von den Flüchtlingen zu Tee, Kaffee und Kuchen eingeladen.

„Wir sind hier in Battenberg freundlich und offen aufgenommen worden“, sagte Alaa Shaddad. „Hier können wir ein Leben ohne Verfolgung und Gewalt führen. Daraus ergibt sich für uns zwingend die Verpflichtung, die Regeln der Gesellschaft und des Rechtsstaates zu achten.“

Im Namen aller Heimbewohner versprach Alaa Shaddad: „Wir werden unseren Beitrag für ein gutes Miteinander leisten und erbitten auch weiterhin von Ihnen Vertrauen und Offenheit.“

Der Battenberger Bürgermeister Christian Klein nannte es „richtig und wichtig, dass Sie so eine Erklärung abgeben“. Wenn unterschiedliche Kulturen aufeinander träfen, gebe es oft Schwierigkeiten. Für die Menschen in Battenberg ist es nach Ansicht des Bürgermeisters wichtig, dass die dort lebenden Flüchtlinge sich klar von Gewalt distanzieren und sich zu Toleranz im Miteinander bekennen.

An der Versammlung nahm auch die Asylbetreuerin des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Julia Pietsch, teil. (off)

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