Paul Möllers hat  Edertalschüler für das Darstellende Spiel begeistert

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Das Spiel ist aus: Nach der gelungenen Inszenierung des Sartre-Stückes gab es 2009 großen Beifall für die Theater-AG mit ihrem Leiter Paul Möllers. Und auf der Rückseite seines T-Shirts versprach er: „Das Spiel geht weiter“.

Frankenberg. Jetzt proben sie wieder: Eine recht frei bearbeitete Version von Friedrich Dürrenmatts letztem Roman „Durcheinandertal“, eine grotesk überzeichnete Burleske steht für Mai auf dem Spielplan der Theater-AG der Edertalschule.

Was fast unbemerkt blieb: In diesem Schuljahr konnte Paul Möllers sein 25-jähriges Jubiläum als Spielleiter der Theater-AG feiern – für uns ein Anlass zur Rückschau.

Nicht nur das Schulorchester des Frankenberger Gymnasiums hat in den vergangenen Jahrzehnten für kulturelle Glanzpunkte über die Region hinaus gesorgt, auch die Theater-AG der Edertalschule stieß bei den alljährlichen Theaterwochen und hessenweiten Gastspielen auf große Resonanz. Seit 1986 begleitete Spielleiter Paul Möllers mehrere hundert junger Darsteller, die mit ihm in detailintensiver Werkstattarbeit Bühnenstücke entwarfen, in kreativem Prozess eigene Figuren und Dopplungen schufen, dabei immer wieder neue Räume wie Lokschuppen oder Fabrikhallen mit einbezogen.

Das Darstellende Spiel wird am Frankenberger Gymnasium in einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft angeboten, für die es keine Noten gibt. Alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 wissen aber, dass sie viel Zeit investieren müssen: für wöchentliche Treffen, zusätzliche Termine an Wochenenden und zwei mehrtägige Freizeiten im CVJM-Heim Münchhausen, wo seit Jahren intensive Probenarbeit stattfindet. „Dass wir dann auch für 50 Leute selbst kochen müssen, hat sich längst eingespielt“, lächelt Paul Möllers.

Werkstattarbeit: Paul Möllers bei einer Rollenbesprechung mit Daniel Lonic bei „Aschenkinder“ 1992.

Die Tradition der Theater-AG an der Edertalschule reicht noch weiter zurück: Werner Bistritz leitete sie von 1972 bis 1982, Manfred Berger folgte ihm 1982 bis 1986 nach. Paul Möllers, Jahrgang 1952, unterrichtet seit 1984 Deutsch und Politik und übernahm 1986 die Rolle des Spielleiters, später unterstützt von Ingrid Obermann und Andrea Weiß.

Möllers hat mit seinen Inszenierungen mehrere Schülergenerationen vor allem dadurch für das Theater geprägt, weil er auf den Prozess der partnerschaftlichen Erarbeitung, das gemeinsame Entwickeln von Ideen, Textalternativen, Kostümen, Kulisse, Medieneinsatz oder Lichttechnik bis hin zum Plakatentwurf (voriges Jahr besonders gelungen bei „Das Fest“) und Programmheft mindestens soviel Wert legte wie auf das Endprodukt Aufführung selbst. Dabei formte Möllers ein ausgeprägtes Gruppenbewusstsein, das Begabungen und Fähigkeiten der Jugendlichen zusätzlich förderte.

Mittlerweile gilt Paul Möllers als einer der führenden Theaterpädagogen, der seit Jahren auch Lehrer in ganz Hessen bei Workshops für das Fach „Darstellendes Spiel“ ausbildet. An der Edertalschule hält er seit geraumer Zeit Ausschau nach einem Nachfolger, denn in gut zwei Jahren will er in den Ruhestand gehen. „Die Aufführungen werden für mich jedes Jahr anstrengender“, gesteht er. „Aber das Ergebnis ist dann auch immer wieder wunderschön!“

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