Drama um Landgrafen: Altarraum eine geeignete Bühne

Ausdrucksvoll: Waldtraud Seibel als Anna von der Saale und Birthe Jannermann als ihre Tochter Margarete.

Bottendorf. Die Neuinszenierung des Schauspiels „Philipp des Großmütige“ für die Aufführung in der Bottendorfer Kirche kam gut an.

Vom Wolkersdorfer Teich in die Bottendorfer Martinskirche: Die Wiederaufnahme des Theaterstücks „Philipp der Großmütige“ nach fast eineinhalb Jahren und in ganz anderer Kulisse erforderte sowohl von Autor und Regisseur Erich Reitz als auch von den Laienschauspielern aus dem Heimat- und Kulturverein und weiteren Beteiligten ein gewaltiges Umdenken und Neu-Arrangieren.

Um es vorwegzunehmen: Das nicht ganz einfache Unterfangen ist voll und ganz geglückt und bereitete Akteuren wie Zuschauern einen unterhaltsamen, informativen Abend.

Der Ursprung für die erneuten Aufführungen lag am bevorstehenden Lutherjahr. Dazu kam im Vorfeld ein Wettbewerb der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Die Bottendorfer werden sich mit einer gefilmten Version ihres Theaterstücks beteiligen.

Ohne Kanonendonner

Altarraum statt Freilichtbühne, da blieben einige Abstriche nicht aus. Dem neuen Spielort fielen zum Beispiel die Schankszene und die Tanzeinlagen zum Opfer, außerdem musste auf Kutsche, Feuerwerk und Kanonendonner verzichtet werden. Dazu wurde der Text gekürzt - die Spieldauer beträgt nur noch etwa 90 Minuten.

Zum besseren Verständnis wurde eine Szene neu eingefügt: Ritter und Stadträte fassen die Geschehnisse zusammen und erleichtern so dem Zuschauer den Überblick und eine persönliche Bewertung. Hilfreich sind auch die an die Wand geworfenen Bilder - auf einer Seite Zeichnungen der Örtlichkeiten der entsprechenden Szenen, etwa das Wolkersdorfer Schloss oder das Landgrafenschloss in Marburg, auf der anderen Porträts der wichtigsten historischen Persönlichkeiten.

Mit festlicher Musik

Als sehr angenehm empfanden die Besucher die musikalische Begleitung durch die ortsansässigen Posaunenchöre. Mit teils festlicher, teils kirchlicher Musik kündeten sie Anfang und Ende der drei Akte an und trugen zur stimmungsvollen Atmosphäre bei.

Termin: Die Aufführung in der Martinskirche wird am heutigen Reformationstag wiederholt, Beginn ist um 19 Uhr.

Von Marise Moniac

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