Sprengaktion in Burgwald: Baum geht’s an die Krone

Burgwald. Erstmals ist im Burgwald und der gesamten Region die Krone eines Baumes abgesprengt worden. THW-Mitarbeiter erledigten die Arbeit.

„Das heute ist schon spektakulär, also kein Tagesgeschäft für uns“, betont Thomas Figge. Er spricht von der Baumsprengung, die an diesem Vormittag nahe des Herrenweges im Burgwald erfolgen soll.

An den Kragen oder besser an die Krone gehen soll es einer zirka 200 Jahre alten, morsch gewordenen Rotbuche, deren Äste abzubrechen drohen und die damit eine Gefahr für Wanderer und Spaziergänger darstellen. Geplant ist, den oberen Teil des Baumes abzusprengen und einen sieben Meter hohen Reststamm stehen zu lassen, der dann „in Würde“ langsam verrotten kann, wie Thomas Figge es formuliert.

Einmalige in der Region

Auf die Idee mit der Sprengung sei er gekommen, als er kürzlich bei einer ähnlichen Aktion in Wiesbaden dabei gewesen sei. „So etwas hat es hier bei uns im Forstamtsbezirk noch nicht gegeben und in der ganzen Region auch noch nicht.“

Und warum wird der Baum nicht einfach abgesägt? Das sei zu gefährlich, weil er schon morsch sei, sagt Figge und ergänzt: „Mir persönlich würde es auch unheimlich leid tun, so einen Baum ganz zu fällen.“ Hessen-Forst sei gehalten, pro Hektar drei Laubbäume solange stehen zu lassen, bis sie von selbst zerfallen. Doch es sollen andererseits auch keine losen Äste auf die Wanderer fallen. Die Alternative zur Sprengung wäre gewesen, im Radius von 70 Metern um den morschen Baum herum alles zu sperren. „Da ist die Sprengung ein ganz guter Kompromiss“, sagt Figge.

Durch das Totholz und den Baumwipfel, der im Wald zurückbleibt, entstünden zugleich neue Kleinstbiotope, die Insekten oder anderen Kleinstlebewesen einen Rückzugsraum böten. Am Herrenweg bei Roda, wartet schon ein Aufgebot an ehrenamtlichen Mitarbeiter des Technischen Hilfswerk - aus den Ortsgruppen Frankenberg, Marburg und Wächtersbach.

Sie haben die Sprengung vorbereitet und das Gebiet weiträumig abgesperrt. Mittels einer Leiter werden Sprenghülsen in die zuvor in sieben Meter Höhe in den Stamm gebohrten Löcher gesteckt. „Das ist für uns eine gute Gelegenheit, unsere erlernten Fähigkeiten aufzufrischen“, sagt Sprengmeister Christian Sohn.

Kurz darauf wird es auch schon ernst: Nach einem letzten Blick auf die stattliche Rotbuche, an deren Stamm diverse Pilze wachsen, müssen sich die rund 20 Zuschauer - größtenteils Mitarbeiter des Forstamtes und Waldarbeiter - in Sicherheit bringen. Nur aus weiter Entfernung sehen sie, wie die Rotbuche fällt.

Von Susanna Battefeld 

Warum die Sprengung nicht ganz optimal verlief, Sprengmeister und Förster aber dennoch zufrieden waren, das lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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