Textil-Recycler belebt Frick-Gebäude

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Tonnenweise Altkleider: Viktor Nowakowski ist nach eigener Schätzung mit seinem Unternehmen DTRW der größte Textilrecycler in Deutschland.

Burgwald. Das Unternehmen Deutsche Textilrecycling-Werke GmbH (DTRW) hat das Hauptgebäude der ehemaligen Firma Frick Teppichböden in Burgwald erworben.

Sie ist mit seiner Firma von der großen Halle Auf den Rödern am Ortsrand von Burgwald (ehemals Bodenbeläge Bertold Frick) in die Ringstraße umgezogen.

Damit kehrt neues Leben in den Gebäudekomplex ein, der seit der Insolvenz des belgischen Nachfolgeunternehmens von Frick-Teppichböden im Jahr 2002 leer stand.

„Wir werden stärker und stärker und brauchten unbedingt mehr Büroräume“, begründet der 29-jährige DTRW-Geschäftsführer Viktor Nowakowski den Umzug. DRTW ist nach seiner Schätzung der größte Textilrecycler in Deutschland.

Anfang des Jahres habe er das Frick-Gebäude mit 450 Quadratmetern Nutzfläche, das zuletzt der Rewe-Kette gehörte, erworben und innen saniert. Dort haben nun die 70 Mitarbeiter ausreichend Platz. 30 Mitarbeiter sind seinen Angaben nach in der Verwaltung beschäftigt: Büro- und Industriekaufleute, Betriebswirte, Disponenten, Juristen sowie zwei Auszubildende im Bereich Büromanagement.

Statt Teppichböden Textilrecycling: Das Hauptgebäude der ehemaligen Firma Frick Teppichböden in der Ringstraße in Burgwald stand 12 Jahre lang leer.DTRW hat es gekauft, innen renoviert und will nun auch noch die Fassade sanieren.

Zudem gibt es genug Raum, um die Textilien und Schuhe zwischenzulagern, die mit neun Lastwagen in der gesamten Umgebung Burgwalds eingesammelt werden.

DTRW hat laut Nowakowski deutschlandweit rund 12 000 Sammelcontainer aufgestellt und betreibt neben der Zentrale in Burgwald noch neun Niederlassungen. Von diesen Sammelplätzen aus werden die Container geleert, der Inhalt wird grob vorsortiert - oft ist Müll enthalten - und dann für den Weiterverkauf zwischengelagert. Kunden sind laut Nowakowski Sortierbetriebe.

In Burgwald verlassen täglich ein bis zwei Sattelzüge mit Waren das Firmengelände. Zahlen zum Umsatz oder Gewinn will der Geschäftsmann allerdings nicht nennen.

2012 zog er mit seinem Unternehmen - damals Nowa Tex e. K. (eingetragenen Kaufmann) - von Lahntal nach Burgwald um, weil er dort die Halle Auf den Rödern erwerben konnte. Dort steigt nun die Firma Ropal aus Allendorf-Eder in die Großserien-Fertigung mit seinem speziellen Verfahren zur Materialbeschichtung - Crom Optics - ein.

Die Halle gehört noch der DTRW, Ropal hat aber eine Option auf den Kauf. (mab)

Was der Firmenchef zur Kritik von Textilexporten in Entwicklungsländer sagt und warum Textilrecycler häufig gerichtliche Auseinandersetzungen um Container-Standorte führen, das lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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