Ex-Landrat: „Provision“ Entschädigung für Schrott-Rente

Eichenlaub sieht sich als Opfer

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Kassel. Im Prozess wegen Untreue, Betrugs und Bestechlichkeit hat Ex-Landrat Helmut Eichenlaub gestern die Anschuldigungen vehement zurückgewiesen. Eichenlaub sieht sich als Opfer einer „beispiellosen politischen Hetzkampagne“ und einer Diffamierungstrategie der Presse, wie der frühere Landrat Waldeck-Frankenbergs vorm Landgericht Kassel erklärte.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2010 sei seine Tochter ohne Grund beruflich „in Sippenhaft“ genommen worden. Auch sein Sohn habe dem Druck an seiner Arbeitsstelle nicht mehr standhalten können.

Eichenlaubs anderthalbstündige Erklärung reichte chronologisch vom Abschluss zweier Verträge für eine „Schrott-Rente“ aus den Jahren 1998 und 1999, die damals von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) propagiert worden war, bis zu den Verhandlungen um Auflösung und Entschädigung mit der Helaba und deren Schweizer Tochterfirma „LB Swiss“. Beim „Haustürgeschäft“ mit der Altersvorsorge seien ihm damals falsche Versprechungen mit hohen Renditen gemacht worden. Tatsächlich habe sich die „Schrott-Rente“ aber als ruinös erwiesen: „Ich stand privat vor der Insolvenz.“ Nach schwierigen Verhandlungen sei 2006 eine Rückabwicklung unterzeichnet worden.

Zudem habe er im Oktober 2006 mit dem früheren Vorstand der „LB Swiss“ eine Entschädigung von 130 000 Schweizer Franken in Raten für Wertpapierverluste vereinbart. Dass die Entschädigung bei der „LB Swiss“ zwischen 2006 und 2009 intern als Provision (Retrozessionszahlungen) verbucht wurde, davon habe er bis Frühjahr 2010 nichts gewusst, betonte Eichenlaub.

So erhob der Ex-Landrat gestern schwere Vorwürfe gegen den mitangeklagten früheren LB-Swiss-Vorstand. Er warf der Schweizer Helaba-Tochter „unseriöses, kundenschädigendes Geschäftsgebaren“ vor. (jk)

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