Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg: 580 Marburger werden evakuiert

Marburg. 580 Marburger müssen am Mittwochvormittag für mehrere Stunden ihre Häuser verlassen. Nach Mitteilung der Stadtverwaltung ist im Wald unweit des Spiegelslustturms eine 50 Kilogramm schwere Bombe entdeckt worden, die so ungünstig unter einem Baum im Boden liegt, dass der Zünder nicht ausgebaut werden kann. Deswegen wird die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg von Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes gesprengt.

Weil Trümmerteile in der Umgebung niedergehen können, muss das Gebiet um den Fundort jedoch in einem Radius von rund 500 Metern evakuiert werden. Es wird auch empfohlen, Haustiere in die Häuser zu holen und auf der Straße abgestellte Fahrzeuge umzuparken.

Davon betroffen ist ein großer Teil des oberen Ortenbergs. Das Betreten des Waldes rund um den Spiegelslustturm ist ohnehin verboten. Es bestehe Lebensgefahr, betonen die Experten des Kampfmittelräumdienstes.

Um die Evakuierung sicherzustellen, sind rund 100 Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeiter im Einsatz, die Straßensperren einrichten. Die Sperrung gilt für die Zeit von 8 bis 12 Uhr. Das Haus der Ortenberggemeinde wird für diejenigen geöffnet, die eine Ausweichunterkunft brauchen.

Nicht geräumt werden die an der Grenze zum Evakuierungsgebiet liegenden Gebäude der Uni-Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie die Zahnklinik, wo 160 stationäre Patienten untergebracht sind. Allerdings sind die Zufahrten gesperrt.

Zudem dürfen Patienten und Mitarbeiter das Gebäude bis zum Abschluss der für den späten Vormittag geplanten Sprengung nicht verlassen. Notfälle werden durch andere Kliniken versorgt. Die Bewohner eines Altenheimes ziehen jedoch für den Vormittag um. Auch der Busverkehr wird umgeleitet.

Bei dem Marburger Fund handelt es sich laut Kampfmittelräumdienst um eine der kleineren Bomben, die von den Alliierten im Zweiten Weltkrieg abgeworfen wurden. Ziel war vermutlich der Hauptbahnhof.

Damit möglichst wenig Trümmerteile herumfliegen, wird ein Wasserkissen mit einem Fassungsvermögen von 22000 Litern die Explosion dämpfen.

Für Nachfragen hat die Stadt unter 06421-2019900 eine Hotline eingerichtet. (zgc)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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