Flüchtlinge werden in Rechtskunde geschult - Landkreis und Amtsgerichte organisieren Unterricht

Waldeck-Frankenberg. Grundgesetz leicht gemacht: Flüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan haben die Bedeutung rechtsstaatlicher Prinzipien kennengelernt. Amtsrichter und Rechtspfleger unterrichten sie in Waldeck-Frankenberg. Im Zuge des von Landesjustizministerin Eva Kühne-Hörmann gestarteten Programms „Fit für den Rechtsstaat – Fit für Hessen“ fand bereits eine Schulung in Korbach statt. In Frankenberg, Bad Arolsen und Bad Wildungen sollen ab September weitere folgen.

30 Teilnehmer zwischen Anfang 20 bis Ende 50 haben auf freiwilliger Basis am ersten Kurs dieser Art teilgenommen. „Darüber hinaus war ein Dolmetscher anwesend. Die Flüchtlinge mussten also nicht zwingend Deutsch verstehen, um an dem Programm teilnehmen zu können“, so der Direktor des Korbacher Amtsgerichts, Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling.

Amtsrichter Jan Oliva unterrichtete die Flüchtlinge. „Die Seminarteilnehmer waren sehr interessiert und haben viele Fragen gestellt“, zieht er ein positives Fazit. „Uns war es wichtig, ihnen auf Augenhöhe die wichtigsten rechtlichen Grundsätze unseres Rechtsstaats zu vermitteln und ihnen auch bei Fragen und Problemen behilflich zu sein.“

Neben den Grundrechten wie der Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, der Gleichberechtigung von Mann und Frau standen auch Rechtsfragen des Alltags auf dem Kursprogramm: Gepflogenheiten beim Einkaufen, Schulpflicht, Strafrecht oder Fragen der Gültigkeit der Ehe.

Die Dozenten erörterten auch sensible Themen wie Familienehre, Frauenbilder, Homosexualität und Anwerbungsversuche von Salafisten. Darüber hinaus waren die Themen Familien- und Ausländerrecht wichtige Bausteine des Rechtskunde-Unterrichts.

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Von Thomas Kobbe

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