Bodo Bach nimmt Publikum in Frankenberg die Angst vor dem Älterwerden

Alt werden soll Spaß machen: Komiker Bodo Bach alias Robert Treutel war in der Frankenberger Ederberglandhalle „Auf der Überholspur“ unterwegs. Foto: Battefeld

Frankenberg. Bei seinem Auftritt in Frankenberg war schnell klar: Busreisen, Fitnesswahn und Esoterik sind nicht so sein Ding.

Aber sonst genießt „de Bodo" auch mit „53 Jahren und 60 Monaten" sein Leben - auch wenn es ihn manchmal an Stellen zwickt, von denen er gar nicht wusste, dass er sie hat.

„Ihr sollt Spaß haben am Älterwerden“, lautete Bodo Bachs Botschaft ans Publikum in der Frankenberger Ederberglandhalle. Dass die über 400 Zuhörer - zumindestens für einen Abend lang - ihren Spaß hatten, dafür sorgte der bekannte Komiker anschließend selbst, indem er haarsträubende Episoden aus seinem Leben zum Besten gab und sich in breitem südhessischen Dialekt über die Generation 50plus ausließ. „Da geht’s erst richtig los, 50 ist das neue 30“ versprach Bach, dessen Programm zwar „Auf der Überholspur“ hieß, der aber stattdessen eher für Entschleunigung plädierte.

Trotz Pizzadienst, ICE-Zügen, GPS und anderer Sachen „wo uns helfe“, dass wir mehr Zeit hätten, renne die Zeit immer schneller, je älter man werde. „Macht etwas, was ihr noch nie gemacht habt“, ermunterte Bach seine Zuhörer. „Damit meine ich nicht die erste Darmspiegelung oder den ersten Bypass“, betonte er und ließ das Publikum dafür teilhaben an unvergesslichen Urlaubsreisen mit Ehefrau Gerda, Kamel-Ausflügen und „Rumsitz-Zimmern“.

„Ich mache auch mal so romantische Sachen, wo die Gerda gar nicht mit rechnet. Ich schreibe zum Beispiel in den Staub auf der Frisierkommode: Ich liebe dich“, verriet er.

Oper sei dagegen gar nicht seine Welt: „Es ging um sechs Uhr los. Ich hab nach drei Stunden auf die Uhr geguckt und da war es grade mal halb sieben.“ Eine klare Meinung hatte der Komiker zum Thema Schönheitschirurgie: „Das ist noch nie gut ausgegangen“. Zudem alterten Frauen sowieso wie Obst: „Sie werden reif und süß“.

Seine Späße kamen gut an, was wiederum Bodo Bach beruhigte: „Ihr gebt mir viel Lachen zurück. Das tut mir gut, weil ich dann weiß, dass es richtig war, mein Studium abzubrechen“, so Bach, der versprach, in seinen Tourneekalender wegen des netten Publikums drei Sterne hinter den Auftritt in Frankenberg zu machen und im nächsten Jahr mit neuem Programm wieder vorbeizukommen. Allerdings müsse man auf der Straße mit Blick auf die Blitzer aufpassen: „Wenn de zu schnell nach Frankenberg reinkommst, haste Bindehautentzündung.“

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