Längere Öffnungszeiten für Discotheken

Feiern bis 5: Frankenberg lockert Sperrstunde für Bonkers und Utopia

Es darf länger getanzt werden: Wie hier bei einer früheren Club-Revival-Party dürfen das Bonkers und das Utopia nun 18 Mal im Jahr bis 5 Uhr offen bleiben. Archivfoto:  Ochse
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Es darf länger getanzt werden: Wie hier bei einer früheren Club-Revival-Party dürfen das Bonkers und das Utopia nun 18 Mal im Jahr bis 5 Uhr offen bleiben.

Frankenberg. Die Sperrstunde in Frankenberg wird teilweise aufgehoben: Der Club Bonkers in Frankenberg und die Discothek Utopia in Geismar dürfen ein Mal im Monat und an sechs weiteren Terminen bis 5 statt nur bis 3 Uhr öffnen.

„Die Sicherheitslage hat sich dramatisch verbessert“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß. Für ihn sei deshalb klar gewesen, den Frankenberger Discotheken wieder eine längere Öffnungszeit zu erlauben. Zumindest an einzelnen Tagen.

Das Konzept, auf das sich Stadt, Polizei und die Betreiberfamilie Battefeld verständigt haben, sieht vor, dass beide Discotheken 18 Mal im Jahr bis 5 Uhr öffnen dürfen. „Wir wollen ja nicht das Feiern verbieten“, sagt Bürgermeister Heß. „Wir verkürzen die Sperrstunde jetzt mal versuchsweise, bis wir sie vielleicht irgendwann grundsätzlich wieder freigeben“, stellt er in Aussicht.

Vor drei Jahren hatte sich das noch etwas anders angehört: „Gerade nach 3 Uhr nehmen die schweren Körperverletzungen ganz massiv zu“, hatte der Bürgermeister im Februar 2013 gegenüber der HNA gesagt. Um für mehr Sicherheit und weniger Alkoholvorfälle im Frankenberger Nachtleben zu sorgen, hatte er in seiner Funktion als Ortspolizeibehörde damals die Sperrstunde auf 3 Uhr vorgezogen.

„Die Vorfälle waren einfach viel zu gravierend, um das einfach weiterlaufen zu lassen“, erinnerte Heß. Nach einem halben Jahr mit der Sperrstunde ab 3 Uhr hatte die Frankenberger Polizei im Oktober 2013 bereits eine „absolut zufriedenstellende Bilanz“ gezogen: Die Tendenz bei Sachbeschädigungen und Körperverletzungen sei zurückgegangen. „Wir haben die Situation mit der Polizei immer wieder geprüft und ausgewertet“, sagt Heß.

Das Thema war vor Einführung der 3-Uhr-Sperrstunde damals über viele Wochen öffentlich diskutiert worden. Im Präventionsrat der Stadt waren unter anderem Jugendliche, Polizei, Schulen und das Ordnungsamt an der Diskussion beteiligt gewesen. Jugendliche waren gegen die 3-Uhr-Regelung zu Kundgebungen auf die Straße gegangen. Heute sagt der Bürgermeister, dass auch diese öffentliche Diskussion dazu geführt habe, dass sich die Situation verbessert habe. „Der Weg war vollkommen richtig, auch wenn ich angegriffen wurde. Aber damit muss ein Bürgermeister leben“, sagt er. Das Ziel, mehr Sicherheit, sei erreicht.

Familie Battefeld, die das Bonkers und das Utopia betreibt, freut sich über die Zugeständnisse der Stadt. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, optimal ist es aber nicht“, sagt Benjamin Battefeld, der sich gewünscht hätte, die beiden Häuser an zwei Abenden pro Monat länger öffnen zu dürfen. Als Betreiber habe die Familie auch Sicherheitsauflagen zu erfüllen, der Security-Dienst arbeite bei Öffnungszeiten bis 5 Uhr in der Regel mit ein, zwei Leuten mehr.

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