An verschiedenen Standorten

Freifunk-Verein bietet kostenloses W-Lan in Frankenberg an

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Engagierte Freifunk-Mitglieder: (hinten von links) Marco Trümner, Mirsad Nadarevic, Nora Himmelmann und Laura Himmelmann, (vorne von links) Alexander Maurer, Philipp Winning und Vorsitzender Christian Gunnesch

Frankenberg. Nach unserem Bericht über ein Konzept, in der Frankenberger Innenstadt freies W-Lan anzubieten, hat sich der Freifunk-Verein Frankenberg gemeldet. 

Er bietet öffentlichen und kostenlosen Internetzugang bereits an.

Nicht nur in Frankenberg. Die 14 Mitglieder des jungen Vereins Freifunk Frankenberg hatten in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun: Mehrere Standorte in Frankenberg rüsteten sie mit Routern aus. Das ermöglicht den Menschen dort über W-Lan kostenlosen Zugang ins Internet.

Mit ihrer „absolut nicht-kommerziellen Initiative“ beweisen die jungen Mitglieder des neuen Vereins hohes soziales Engagement. „Wir wollen keinen Gewinn machen“, machten Christian Gunnesch und Mirsad Nadarevic jetzt in einem Pressegespräch deutlich. Seinen Sitz hat der neue Verein in der Neuen Gasse in Frankenberg.

Ihr Ziel sei es, in Frankenberg und Umgebung einen freien, drahtlosen Zugang zum Internet einzurichten. Schließlich gebe es auch heute noch viele Menschen, die sich Internet nicht leisten könnten: „Wir wollen in der Region eine stabile und unabhängige Infrastruktur für den freien Datenverkehr installieren und ausbauen.“ Die Inspiration für ihr Vorhaben hatten die Frankenberger durch eine ähnliche Einrichtung in Winterberg bekommen.

Auch in dieser Woche waren die Freifunk-Mitglieder aktiv: Im Flüchtlingswohnheim am Kegelberg in Frankenberg, wo etwa 70 Asylbewerber wohnen, installierten sie gleich vier Router - dort können sich die Flüchtlinge nun online beispielsweise über die aktuelle Situation in ihrer Heimat informieren.

Weitere Internetzugänge brachten die „Freifunker“ unter anderem in der Cocktailbar Geronimo und im Ederbowling an, zudem wurde eine Ferienwohnung in der Altstadt mit einem Router ausgestattet. Interesse an dem „freien Internet“ haben auch schon Seniorenheime in Frankenberg geäußert.

„Der Zugang zum Internet ist in der heutigen Zeit fast genauso wichtig wie Strom, Wasser, Heizung und Telefon. Das Internet ist aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken“, unterstrich Vorsitzender Christian Gunnesch die Bedeutung der Vereinsaktivitäten. Das W-LAN des Vereins sei nicht durch Passwort geschützt: „Jeder kann sich frei einwählen.“

Neben dem Freifunk-Verein gibt es auch Einzelinitiativen in Frankenberg: So bietet beispielsweise auch das Modehaus Heinze, das im Haus auch ein kleines Café hat, seinen Kunden kostenlosen W-Lan-Zugang.

Für die Nutzer von Smartphones, Laptops oder Tablets ist der Zugriff auf das Internet über die Router des Freifunk-Vereins kostenfrei - nur die Kosten pro Router in Höhe von etwa 20 Euro muss der jeweilige Standortbetreiber übernehmen, beispielsweise der Gastwirt.

Schon in Kürze will der Verein auch Gespräche mit Politikern führen, um das freie W-Lan noch mehr in die Stadt zu bringen. „Das freie Internet lockt junge Menschen in die Stadt“, sind die Mitglieder überzeugt. Gute Gespräche habe es auch bereits in Allendorf-Eder gegeben.

„Wir bekommen jeden Tag neue Anfragen“, sagt Vorsitzender Gunnesch. Die Finanzierung der Aktivitäten erfolge ausschließlich über Sponsoren und Spenden. Aktuell sucht der Verein auch noch Mitglieder, Helfer und Unterstützer. (mjx)

www.freifunk-frankenberg.de

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