In kleiner roter Dose stecken die wichtigsten Patienteninformationen

Genial einfach: SOS-Dose im Kühlschrank informiert Ersthelfer

+
Rettung aus der Dose: In der SOS-Box, die hier in der Kühlschranktür steht, finden Ersthelfer einen Zettel mit wichtigen Patienteninformationen. Die Frankenberger VdK-Vorsitzende Gerhild Buß zeigt den kleinen Aufkleber, der die Retter auf die Dose hinweist. 

Frankenberg. Die Idee ist so einfach wie genial: Man füllt ein Formular mit seinen wichtigsten Patienteninformationen aus und steckt es in eine kleine Dose. 

Diese bewahrt man im Kühlschrank auf, damit Ersthelfer sie dort in einem Notfall schnell finden.

Warum im Kühlschrank? Nicht, um die Dose zu kühlen, sondern weil auch Fremde den Kühlschrank in einem Haus leicht finden statt lange in Schubladen zu suchen. Im Notfall spart das den Helfern Zeit und rettet womöglich Leben.

Die Idee mit der SOS-Dose stammt aus Großbritannien. Nach Hessen kam sie über einen Lions-Club in Hanau, ein Mitglied des VdK-Ortsverbandes Frankenberg hörte im Radio einen Beitrag darüber, und jetzt will der Frankenberger VdK die „Rettung aus der Dose“ innerhalb des Sozialverbandes und des Landkreises etablieren. Vor allem für alleinstehende Menschen.

„Die Dose soll nicht den Hausnotruf ersetzen, das wäre fatal“, sagt Gerhild Buß, die Vorsitzende des VdK in Frankenberg. Sie sei vielmehr als Ergänzung gedacht, sagt ihr Stellvertreter Hermann Hirt. Auf den Zettel in der auffällig roten Dose schreibt man seine persönlichen Daten und wichtige Informationen wie den Hausarzt, den Pflegedienst, Krankheiten und Medikamente sowie Personen, die im Notfall informiert werden sollen. Auch die Info, ob es Haustiere gibt, um die sich jemand kümmern muss, wird abgefragt.

Die Frankenberger haben die anderen Ortsverbände des VdK im Altkreis Frankenberg bereits über die SOS-Dose informiert, auch mit Dr. Rudolf Alexi, dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes beim Landkreis, haben Buß und Hirt bereits darüber gesprochen. „Es ist wichtig, dass die Rettungsdienste informiert sind“, sagt Hermann Hirt. Zwei kleine rote Aufkleber an der Haus- oder Wohnungstür und am Kühlschrank zeigen den Rettern, dass es hier eine SOS-Dose gibt.

Hintergrund: Dose gibt es im Internet zu kaufen

200 SOS-Dosen hat der Frankenberger VdK-Ortsverband für sich bestellt. „Die werden wir kostenlos an unsere Mitglieder weitergeben, vor allem an die älteren“, sagte die Vorsitzende Gerhild Buß. Etwa 600 Mitglieder hat der Sozialverband in Frankenberg. Nicht-Mitglieder müssten zwei Euro dafür bezahlen. Buß und ihr Stellvertreter Hermann Hirt empfehlen deshalb auch anderen VdK-Vereinen oder auch Privatpersonen, sich die SOS-Dosen anzuschaffen. Der Lions-Club Hanau Schloss Philippsruhe, der die Dose überhaupt erst nach Hessen gebracht hatte, bietet die Dosen im Internet zum Kauf ab 1,08 Euro/Stück an – unter www.rettungsdose-shop.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.