Festakt in Geismar

70 Jahre Kreisbauernverband: So hat er sich gewandelt

Diplomatie muss sein: Heinrich Heidel (Zweiter von links) und Matthias Eckel (Zweiter von rechts) vom Kreisbauernverband Frankenberg vertreten die Interessen von konventionellen und Bio-Bauern wie Olaf Fackiner und Sonja Haschlar. Foto: Rösner

Frankenberg. Der Kreisbauernverband Frankenberg wird 70 Jahre alt. Das wird am 29. Januar mit einem Festakt in Geismar gefeiert. Wir zeigen, wie sich der Verband in dieser Zeit gewandelt hat.

Als der Kreisbauernverband 1946 gegründet wurde, ging es erst einmal darum, die Höfe überhaupt wieder betreiben zu können. „Die Hälfte der Betriebseigentümer war im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft“, sagt Matthias Eckel, heute Geschäftsführer des Verbandes. Öffentlichkeitsarbeit und Bürokratie spielten damals noch keine Rolle. Aufgaben des Verbandes waren eher Beratung für Ausweitung der Produktion und Ernährungssicherung.

Im Vergleich zu anderen ländlichen Regionen zeichnet sich das Frankenberger Land dadurch aus, dass die Strukturen hier noch klein sind und es wenige große Tierhalter gibt, vor allem bei Geflügel und Schweinen.

Für die Zukunft erwartet Matthias Eckel, dass der Strukturwandel im Frankenberger Land weitergeht, das heißt, es wird weniger Betriebe geben. Schon jetzt seien 85 Prozent aller Bauern Nebenerwerbslandwirte. „Aber wir werden weiterhin flächendeckend produzieren, und es wird nichts brachliegen. Wir Bauern werden noch mehr Verantwortung bekommen für die Versorgung mit Lebensmitteln angesichts des Klimawandels mit schlechter werdenden Bedingungen für Landwirte in anderen Ländern und der wachsenden Weltbevölkerung.“

Der Großbauer Olaf Fackiner aus Dainrode ist überzeugt: „Wenn jeder Bio machen würde, würden wir nicht alle satt kriegen.“ Darauf erwidert die Biobäuerin Sonja Haschlar aus Löhlbach: „Wenn nicht so viel Essen weggeschmissen würde, könnten wir alle satt kriegen. Diese Verschwendung ist ein gesellschaftliches Problem, das auch in den Schulen thematisiert werden müsste. Wie gehe ich mit Lebensmitteln um und wo kommen sie her? Das sollten Lehrer vermitteln.“

Ein Interview mit den beiden Landwirten, mit Geschäftsführer Matthias Eckel und dem Verbandsvorsitzenden Heinrich Heidel lesen Sie auf einer Sonderseite in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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