Kommentar zur Umbenennung der Dr.-Loderhose-Straße: "Klare Antwort"

Frankenberg. Die Stadt Frankenberg wird die Dr.-Loderhose-Straße umbenennen, weil es neue Informationen über die NS-Vergangenheit des Namensgebers bekannt geworden sind. Ein Kommentar von Redaktionsleiter Jörg Paulus.

Mit dem Ja zu einer Umbenennung der Dr.-Loderhose-Straße in Frankenberg hat der Parlamentsausschuss die richtige Entscheidung getroffen. Und er hat dabei zwei wichtige Grenzen gezogen: Es geht hier nicht um die Leistungen, die August Loderhose als Arzt in Frankenberg erbracht hat, sondern um seine Taten im Nationalsozialismus. Und dabei geht es nicht um eine juristische Bewertung, sondern um eine moralische.

Für Thomas Müller, der als einziger gegen eine Umbenennung gestimmt hat, gibt es keine Beweise, aber selbst das, was in den vergangenen Monaten durch eine Historikerin über Loderhoses NS-Zeit bekannt und durch Frankenberger Geschichtsexperten entsprechend eingeordnet wurde, reicht aus, um den Straßennamen zu ändern.

Umgekehrt lässt sich die Frage einfacher beantworten: Würde die Stadt heute, mit dem Wissen über Lodehoses Vergangenheit, eine Straße nach ihm benennen? Sicherlich nicht. Für die große Mehrheit im Ausschuss ist die Antwort klar. Und das ist auch gut so.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: HNA

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