"Natürlich (!) aus Leidenschaft": Kreisbauernverband feiert 70-Jähriges

Vorsitzender: Schon seit 23 Jahren ist Heinrich Heidel aus Vöhl Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Frankenberg. 1993 trat er die Nachfolge von Heinrich Freitag an. Fotos: Meiser
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Vorsitzender: Schon seit 23 Jahren ist Heinrich Heidel aus Vöhl Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Frankenberg. 1993 trat er die Nachfolge von Heinrich Freitag an.

Frankenberg. Der Kreisbauernverband Frankenberg feiert sein 70-jähriges Bestehen. Eine große Feier ist am Freitag, 29. Januar, geplant.

Ein Jubiläum ist es nicht, aber ein runder Geburtstag, auf den die aktuell 980 Mitglieder sehr stolz sind: Mit einem Empfang am Freitag, 29. Januar, ab 10.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Geismar feiert der Kreisbauernverband Frankenberg sein 70-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt der Feier mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und befreundeten Landwirtschaftsverbänden steht ein Festvortrag von Joachim Ruckwied aus Eberstadt im Landkreis Heilbronn, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes. Er spricht zum Thema „Zukunftsfragen einer modernen Landwirtschaft“. Weitere Worte wird es vom Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes, Heinrich Heidel, geben, Grußworte von den Ehrengästen. Der Geburtstag des Kreisbauernverbandes hat auch ein Motto: "Natürlich (!) aus Leidenschaft".

Zwei Bauernverbände im Landkreis

Geschäftsführer: Seit 2002 ist Matthias Eckel Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. Er hat selbst noch einen landwirtschaftlichen Betrieb in Dörnholzhausen.

Trotz sinkender Zahlen an landwirtschaftlichen Betrieben und demzufolge auch anLandwirten: Im Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt es immer noch zwei Bauernverbände: den Kreisbauernverband Frankenberg und den Kreisbauernverband Waldeck mit seinem Vorsitzenden Karsten Schmal (Sachsenhausen). Der 50-Jährige ist seit Anfang Dezember 2015 auch Präsident des Hessischen Bauernverbandes. Im Kreisbauernverband Frankenberg sind derzeit 980 Mitglieder organisiert, darunter 800 aktive und knapp 200 ehemalige Landwirte, die ihrer Berufsstandsvertretung die Treue halten. Der benachbarte Verband im Norden des Landkreises ist größer, er hat rund 1400 Mitglieder. „Wir arbeiten sehr eng zusammen“, sagt Matthias Eckel, der Geschäftsführer des Frankenberger Bauernverbandes, „das hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt.“

Kontinuität ist Trumpf

Der Kreisbauernverband Frankenberg ist ein eingetragener Verein, die Mitgliedschaft ist freiwillig. Trotzdem sind 90 Prozent der Bauern Mitglied in dieser Organisation: „Da bin ich sehr stolz drauf“, sagt Matthias Eckel: Vor allem würden auch viele junge Landwirte den Verband nutzen.

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„Landwirtschaft ist wieder sexy.“ Insbesondere wird die Kontinuität an der Spitze gelobt. In den vergangenen 70 Jahren hatte der Verband nur drei Vorsitzende und drei Geschäftsführer. Die Vorsitzenden: Karl Mengel (Rosenthal), Heinrich Freitag (Geismar) und Heinrich Heidel (Vöhl). Die Geschäftsführer sind Friedrich König (Frankenberg), Manfred Schmidt (Birkenbringhausen) und Matthias Eckel (Dörnholzhausen).

Großer Wirtschaftsfaktor

Trotz des Strukturwandels mit immer weniger Betrieben und immer weniger Bauern ist die Landwirtschaft immer noch einer der großen Wirtschaftsfaktoren im Frankenberger Land. Die 120 Vollerwerbsbetriebe, die im Südkreis ausschließlich von der Landwirtschaft leben, sorgen jedes Jahr unter anderem mit Milchvieh, Getreideanbau, Mutterkuh- und Schweinehaltung für eine Wertschöpfung von insgesamt 150 Millionen Euro. „Damit ist die Landwirtschaft ein erheblicher Wirtschaftsfaktor“, sagt Matthias Eckel.

Schwierige Lage

Aber er hebt gleichzeitig mahnend den Finger: „Das ist noch nicht verdientes Geld.“ Das Problem seien die aktuell schlechten Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Eckel: „Im Moment ist die Lage echt bescheiden.“ Nach zuvor zwei guten Jahren habe es 2015 bei gleichbleibenden Kosten einen Ertragseinbruch von 40 Prozent gegeben. Eckel: „Aber es wird auch wieder anders. Als Landwirt ist man grundsätzlich Optimist.“

Heimische Landwirtschaft ist exportorientiert

Den Einbruch an Erträgen begründet Eckel insbesondere mit dem Russland-Embargo und der Wirtschaftskrise in China. „Wir haben eine exportorientierte Landwirtschaft in Deutschland, da schließt sich das Frankenberger Land nicht aus“, sagt Matthias Eckel. Und: „Frankenberger Bauern liefern hochwertige Produkte in alle Welt“, unter anderem in den Nahen Osten und auch nach Fern-Asien. Auch innerhalb der Europäischen Union laufe ein sehr großer Exporthandel: „Wir liefern mehr Käse nach Frankreich als Frankreich als Land des Käses nach Deutschland.“ (mjx)

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