Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung werden wahrscheinlich eingestellt

Gutachten nach Unglück in Marsberg: Tödliche Kanone war falsch geladen

Symbolbild: Mit solchen Kanonen wird häufiger bei Schützenfesten geschossen. In Marsberg kam dabei im Juli 2015 ein Mensch ums Leben. Archivfoto:  nh

Marsberg. Die Staatsanwaltschaft hat sich nach Abschluss der Untersuchungen zum tödlichen Kanonenunglück im Juli 2015 in Marsberg erstmals zu den möglichen Ursachen geäußert.

Demnach war die Beladung der beiden explodierten Kanonen falsch.

Normalerweise wird neben Schwarzpulver als Vorlage Sand verwendet. Maximal zwölf Gramm. Doch beim Eröffnungsböller für das Schützenfest in Marsberg sei damals versehentlich die fünffache Menge verwendet worden. Der Explosionsdruck ging daher nicht nach vorne durchs Rohr weg, sondern nach hinten über die Pulverkammer.

Dabei sind die Metallteile weggeflogen, die den Schützenkönig tödlich verletzt haben, so die Ergebnisse der Untersuchungen. Wahrscheinlich war es die rechte Kanone, zeigt ein Handyvideo, das die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte. Es zeigt den Zündvorgang und endet mit einem Schrei.

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg wird die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung wahrscheinlich einstellen, wenn es nicht noch neue Erkenntnisse zu den Verursachern gibt. Drei Personen kommen in Frage, die mit dem Beladen zu tun hatten.

Doch nach Auskunft der Staatsanwaltschaft haben sich die Beschuldigten zu den Vorwürfen nicht eingelassen. Es lässt sich daher nicht mehr sagen, wer den tödlichen Fehler verursacht hat.

Von Armina Haß

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