45-Jähriger zu einem Jahr Haft auf Bewährung und 5000 Euro Geldstrafe verurteilt

Kinderpornos auf Rechner

Frankenberger Land. Weil ein 45-jähriger Mann aus dem Frankenberger Land in Besitz von Kinderpornographie gewesen ist, wurde er im Amtsgericht Frankenberg zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre. Dem Angeklagten wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Binnen sechs Monate soll er sich in ein therapeutisches Beratungsgespräch begeben. Der 45-Jährige muss 5000 Euro Geldstrafe zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen. Desweiteren wurde ihm zwei Jahre Internetverbot erteilt.

Die Staatsanwaltschaft Marburg verlas in der Anklageschrift, dass der 45-Jährige in Besitz von 493 Fotos und fünf Videos gewesen sein soll.

Der Angeklagte berichtete, dass er im Jahr 2007 alkoholabhängig geworden sei. Nach der Trennung von seiner Ehefrau sei er durch eine schwierige Zeit gegangen. Ihm sei bewusst, dass das Anschauen der kinderpornographischen Bilder nicht rechtens sei. Er betonte, dass die Hausdurchsuchung „ein heilsamer Schock“ für ihn gewesen sei und er danach seinen Internetanschluss abgemeldet habe. Er sei auch nicht mehr in Besitz eines Rechners.

„Ich wünsche mir für die Zukunft, ein ganz normales Leben zu führen“, sagte der Mann, der nach eigener Aussage mit einer neuen Partnerin zusammenlebt. „Ich möchte, dass die Kette jetzt endet“, sagte der 45-Jährige und meinte damit seine mehrfachen Besuche vor Gericht.

„Ich wünsche mir für die Zukunft, ein ganz normales Leben zu führen.“

Der Angeklagte

Richterin Andrea Hülshorst verlas in der Verhandlung, dass der Angeklagte bereits im Jahr 2001 wegen Verbreitung pornographischer Schriften strafrechtlich in Erscheinung getreten sei. Eine erneute Verhandlung gab es im Jahr 2007, bei der der Angeklagte betont hatte, sich keinen Computer mehr anzuschaffen.

„Vielleicht war es der Reiz des Verbotenen, ich weiß auch nicht, was in mich gefahren ist“, sagte der 45-Jährige und erklärte sich bereit für ein Gespräch bei einem Therapeuten. Dies hatte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft in Marburg gefordert. Sie hatte neben der Bewährungsstrafe und dem zweijährigen Internetverbot, das die Richterin in ihrem Urteil aufnahm, auch für eine Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro plädiert. Die Summe wurde von Hülshorst auf 5000 Euro reduziert. „Die fünf Jahre Bewährungszeit sind das Höchstmaß“, verdeutlichte die Richterin dem Angeklagten.

Der betonte am Ende, dass er seine Tat „zutiefst bereue“. Richterin Hülshorst berücksichtigte bei der Verurteilung, dass der Mann die Tat eingeräumt und seinen Internetanschluss abgestellt habe. Er verzichtet auf weitere Rechtsmittel. (kie)

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