Bei Millionenprojekt Geld abgezweigt?

Frau wollte 22,5 Mio. als Darlehen - Korbacher soll an Betrüger vermittelt haben

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Das Amtsgericht in Korbach.

Korbach. Eine Frau, die ein Darlehen über 22,5 Millionen Euro suchte, soll laut Staatsanwaltschaft von einem 59-jähriger Korbacher wissentlich an einen Betrüger vermittelt worden sein.

Er selbst soll dabei versucht haben, sich knapp 38 000 Euro zu verschaffen. Wegen der Vorwürfe muss er sich seit Donnerstag vor dem Korbacher Amtsgericht verantworten. Das Verfahren geht auch um sechs weitere Betrugsfälle, der Angeschuldigte weist jedoch alle Anklagepunkte zurück.

Eine süddeutsche Kundin hatte sich 2010 an den Unternehmensberater gewandt: Als Teil einer Gruppe von Investoren wollte sie in einen Solarpark in Bulgarien investieren, zur Überbrückung brauche sie eine „stille Beteiligung“. Der 59-Jährige vermittelte Kunden für solche kurzzeitigen Anschubfinanzierungen an eine Münchner Beteiligungsgesellschaft, die aber in diesem Fall kein Interesse zeigte. Er suchte im Auftrag der Kundin weiter nach Möglichkeiten zur Finanzierung.

Im Juni 2011 vermittelte der Unternehmensberater den Kontakt zu einer in England ansässigen Gesellschaft. Inhaber war ein heute 28-jähriger Mann aus dem niedersächsischen Walsrode. Um den Kredit zu erhalten, sollte die Kundin zunächst 85 000 Euro Sicherheit hinterlegen, was sie Anfang August 2011 auch tat. Der 28-Jährige ist mittlerweile als Finanzbetrüger bekannt. 

Dem Korbacher Vermittler wirft die Staatsanwaltschaft vor, gewusst zu haben, dass der Niedersachse den Kredit nicht auszahlen würde. Er selbst gibt an, dass er erst spät stutzig geworden sei und erfolglos versucht habe, die Investoren zu warnen.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gehen weiter: Mittels gefälschter Überweisungsträger habe er versucht, knapp die Hälfte der gezahlten Sicherheit vom Konto des 28-Jährigen abzubuchen – ohne Erfolg. Nach ähnlichem Schema soll er in sechs weiteren Fällen verfahren sein.

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