Nach Verurteilung: Ex-Landrat Eichenlaub will in Revision gehen

Vor dem Landgericht: Ex-Landrat Helmut Eichenlaub. Archivfoto:  Fischer

Korbach/Kassel. Nach dem Urteil im Prozess gegen den früheren Landrat geht Helmut Eichenlaub offenbar in Revision. Dies bestätigte Dr. Christian Springmann, Sprecher des Landgerichts Kassel, am Donnerstag auf Anfrage.

Neben Eichenlaub hat auch der ehemalige Manager der Sparkasse Waldeck-Frankenberg Rechtsmittel gegen das Urteil vom 2. März eingelegt, erklärte Springmann.

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Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kassel hatte der Vorsitzende Richter Robert Winter am Mittwoch voriger Woche das Urteil verkündet. Das Schöffengericht verurteilte Eichenlaub zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 100 Euro. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Ab einem Jahr Freiheitsstrafe geht der Anspruch auf Beamtenpension verloren. Sie können in der Rentenkasse nachversichert werden. Für Eichenlaub würde das jedoch gravierende finanzielle Einbußen bringen.

Gegen einen früheren Sparkassenmanager erging eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 170 Euro. Ebenso wurde ein ehemaliger Vorstand der schweizerischen Privatbank „LB Swiss“ zu neun Monaten auf Bewährung und eine Auflage von 10.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung verurteilt.

Die Richtersprüche waren jedoch noch nicht rechtskräftig. So hatten die Verurteilten eine Woche Zeit, um Rechtsmittel dagegen einzulegen.

Die Verteidiger von Eichenlaub und dem ehemaligen Sparkassenmanager peilen offenbar eine Revision an, über die dann der Bundesgerichtshof als höchste Instanz in Karlsruhe zu befinden hat. Zunächst muss jedoch das vollständige Urteil des Landgerichts in schriftlicher Form den Angeklagten zugestellt werden. Danach haben die Anwälte einen Monat Zeit, um die Revision zu begründen. Über die Staatsanwaltschaft geht das Verfahren dann zum Bundesgerichtshof.

Von Jörg Kleine

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