Massive Drohungen 

35-Jähriger ging mit Jagdmesser auf Ex-Freundin los: Zehn Monate Haft

Waldeck-Frankenberg. Wegen Nötigung, vorsätzlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung ist ein 35-Jähriger aus dem Frankenberger Land zu zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Einen „mehrfachen Bewährungsversager“ nannte Andrea Hülshorst den Angeklagten, der unter anderem wegen Raub, Fahren ohne Führerschein, Körperverletzung und gewerbsmäßigem Betrug vorbestraft ist. Aufgrund dessen folgte die Richterin am Montag dem Antrag des Staatsanwalts, der eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten gefordert hatte - wohlgemerkt ohne Bewährung.

„Ich mach dich kalt, ich stech dich ab“, soll der 35-jährige Hartz-IV-Empfänger im April vergangenen Jahres zu seiner Ex-Freundin gesagt haben, nachdem diese sich geweigert hatte, die Trennung zu überdenken. Zu dem Zeitpunkt hatte der Angeklagte noch sieben Einträge im Bundeszentralregister, eine Bewährungsstrafe lief seit gerade einmal zwei Monaten.

Während der Mann aus dem Frankenberger Land aussagte, nur mit seinem Jagdmesser „herumgefuchtelt“ zu haben, um der Ex-Freundin Angst zu machen, sagte diese, der Angeklagte habe es ihr vor den Hals gehalten. Der Mann gab jedoch zu, der 28-Jährigen „eine geklatscht“ zu haben. Laut Anklage soll er ihr zudem mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sie gegen die Wand gedrückt, ihr den Mund zugehalten und sie am Gehen gehindert haben. Den hinzugeeilten Mieter der oberen Wohnung und neuen Freund der 28-Jährigen habe er mit dem Messer in der Hand aus seiner Wohnung gejagt. „Danach habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil ich wusste, dass nun die Polizei innerhalb von Minuten antanzt“, sagte der 35-Jährige vor dem Frankenberger Amtsgericht. Auf Anraten habe er sich daraufhin für zehn Tage nach Haina in psychiatrische Behandlung begeben.

„Sie sind ein gewohnheitsmäßiger Kiffer“, fasste Richterin Hülshorst während der Verhandlung das Ergebnis des nach der Tat veranlassten Bluttests zusammen. Zudem habe er laut Gutachten zum Tatzeitpunkt einen Alkoholgehalt von 1,31 Promille gehabt.

„Es muss ihm und auch anderen klar sein: Wer sowas tut, der fährt ein“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Der 35-Jährige habe seine Chance der Bewährung nicht genutzt, nicht einmal eine Therapie in Angriff genommen, er habe weder Arbeit noch Perspektive. „Ich sehe keine gute Sozialprognose“, sagte der Staatsanwalt, der eine „starke Antwort des Staates“ für erforderlich hielt.

Welche Strafe die Verteidigung gefordert hatte und wie Richterin Hülshorst ihre Entscheidung begründete, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeinen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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