Grund: Zu viel Regen und zu wenig Sonne

Getreideernte war in Waldeck-Frankenberg nur Durchschnitt

Waldeck-Frankenberg. Ertrag und Qualität der Getreideernte waren durchschnittlich. Da waren sich die Beteiligten des Erntegespräches einig. Grund war zu viel Regen und zu wenig Sonne.

Die Ernte ist so gut wie abgeschlossen, nur noch auf ganz wenigen Äckern in Waldeck-Frankenberg steht noch Getreide. Für Spitzenqualität und besonders viel Ertrag habe es in diesem Jahr zu viel geregnet, sagte der Präsident der Hessischen Bauernverband, Karsten Schmal. Daran änderte auch das gute Wetter der vergangenen Wochen nicht mehr viel. Allerdings erleichterte es den Landwirten ihre Arbeit. Es konnte an mehr Tagen als sonst gedroschen werden, sagte Kreislandwirt Fritz Schäfer. Außerdem mussten die Trocknungsanlagen dank Sonnenschein nur selten eingesetzt werden.

Dabei hatte die Region mit einer durchschnittlichen Ernte noch Glück gehabt. „Die Mittelgebirgslagen wie Waldeck-Frankenberg mit ihren schlechteren Böden haben im Vergleich zu den traditionell ertragreicheren Böden im Süden ein gutes Erntejahr“, sagte Bauernverbandschef Schmal. Mit rund zwei Millionen Tonnen liege die hessische Getreideernte unter dem langjährigen Mittel und sechs Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Der Grund: In Südhessen habe es noch mehr geregnet. Die häufigen Niederschläge in Verbindung mit wenig Sonnenschein in der Hauptwachstumsphase habe die Kornausbildung in ganz Hessen sehr negativ beeinflusst, sagte Schmal. Außerdem begünstige Nässe die Ausbreitung von Pilzkrankheiten.

Bauchschmerzen bereiten den Landwirten weiter die Erzeugerpreise. Die liegen bei Weizen-, Roggen- und Gerste 15 bis 20 Prozent unter Vorjahresniveau. Der Preis für Weizen, der häufigsten Getreideart im Kreis, liegt momentan bei 135 Euro pro Tonne, im Vorjahr waren es 170 Euro, sagte der Fachdienstleiter Landwirtschaft im Kreis, Karlfried Kukuck.

Hintergrund

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt es nach Auskunft des Fachdienstleiters Landwirtschaft, Karlfried Kukuck, rund 40 000 Hektar Ackerland. Das entspricht etwa 56 000 Fußballfelder. Hessenweit sind es 472 000 Hektar.

Auf über einem Viertel der Fläche im Landkreis wird Weizen angebaut. Es folgt Gerste mit etwa 9300 Hektar (23 Prozent), Mais mit knapp 5700 Hektar (14 Prozent) und Raps mit knapp 5300 Hektar (13 Prozent). Dazu kommen noch einmal 30 000 Hektar die als Grünfläche bewirtschaftet werden.

Im Kreis gibt es laut Kreisbauernverband noch knapp 800 Haupterwerbslandwirte. 1800 Betriebe dienen nur einem Nebenerwerb.

Rubriklistenbild: © dpa

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