Kommentar zum Urteil gegen Ex-Landrat Eichenlaub: Opferlamm zieht nicht

Waldeck-Frankenbergs ehemaliger Landrat Helmut Eichenlaub ist zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und 18.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Kommentar dazu von Jörg Kleine.

Der Weg ins Gefängnis bleibt Ex-Landrat Helmut Eichenlaub erspart. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts verhängte zwei Jahre auf Bewährung plus Geldstrafe. Damit liegt das Gericht deutlich über dem Plädoyer der Verteidigung, die für Eichenlaub eine milde Bewährung gefordert hatte. Das sollte vor allem die Pensionsansprüche des ehemaligen Landrats wahren. So ist noch offen, ob Eichenlaub nach Zustellung des Urteils in Revision vor den Bundesgerichtshof zieht.

Die Strafkammer in Kassel folgte Eichenlaubs Unschuldsversion im Kernpunkt der Anklage jedenfalls nicht: Die auf ein anonymes Schweizer Privatkonto fließenden Zahlungen waren demnach keinesfalls „Schadenersatz“ für eine riskante private „Schrott-Rente", sondern umgeleitete Provisionen, die der Sparkasse zugestanden hätten. Damit habe Eichenlaub seine Position als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse zur privaten Bereicherung missbraucht. Da half auch Eichenlaubs von massiven Vorwürfen begleitete Selbstdarstellung als Opfer nicht.

Von Jörg Kleine

Kontakt zum Autor: frankenberg@hna.de

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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