Unbürokratische Hilfe

Kreisklinik bietet Soforthilfe nach Vergewaltigung

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Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung: Mit diesen Plakaten ermutigt das Kreiskrankenhaus Frankenberg betroffene Frauen, sich dort Hilfe zu holen. Fachärztin Kathrin Mika (vorne) ist dabei die Haupt-Ansprechpartnerin. Bei der Vorstellung des Projekts mit dabei (von links): Landrat Dr. Reinhard Kubat, Klinik-Geschäftsführer Ralf Schulz, Ärztlicher Direktor Dr. Volker Aßmann, Monika Lacher vom Runden Tisch Häusliche Gewalt und Beate Friedrich vom Kreisfrauenbüro.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat sein Projekt „medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung" gestartet.

Es geht um eine umfassende Erstversorgung von Frauen nach Sexualstraftaten und um Spurensicherung: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat sein Projekt „medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ gestartet. Anlaufstelle ist das Kreiskrankenhaus in Frankenberg.

Betroffene Frauen sollen dort vertrauliche und unbürokratische Hilfe erhalten. Neben der medizinischen Akutversorgung und eventuell der Gabe einer „Pille danach“ erfolgt auch eine Dokumentation und Sicherung von Spuren der Gewalttat - unabhängig von einer Strafanzeige bei der Polizei. So soll den Frauen erleichert werden, sich Hilfe zu holen, schilderte Landrat Dr. Kubat, als er mit Vertretern der Kreisklinik und Initiatorinnen das Projekt vorstellte.

Die Klinik dokumentiert alle Befunde. Und sie entnimmt DNA-Proben, die ein Jahr lang in der Rechtsmedizin in Gießen aufbewahrt und erst bei Erstattung einer Anzeige der Polizei übergeben werden. Somit haben die Frauen Zeit, sich bei der Polizei zu melden - und müssen sich nicht direkt nach dem traumatischen Ereignis dieser weiteren Belastung aussetzen. Die Bedenkzeit sei insbesondere deshalb wichtig, weil 90 Prozent aller sexuellen Straftaten im familiären Umfeld begangen werden, erläutert die Frauenbeauftragte des Landkreises, Beate Friedrich. Das Frauenbüro und der Runde Tisch „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ gehören zu den Initiatorinnen.

„Gehen Sie zum Arzt - und nicht zum Alltag über“, heißt es auf einem der Plakate, die das Projekt bekannt machen sollen. Betroffene aus dem gesamten Landkreis können sich direkt ans Kreiskrankenhaus wenden, Tel 06451/550. Es reicht, zu sagen, dass es sich um einen gynäkologischen Notfall handele. Details müssen nicht genannt werden. In der Klinik werden die Frauen möglichst von Ärztinnen behandelt.

Was müssen Betroffene tun? Wie sieht die Hilfe genau aus? Wie wurde sie geschaffen? Wie viele Vergewaltigungen werden in Waldeck-Frankenberg pro Jahr angezeigt? All das lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA

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