Kreistag beschließt einstimmig Resolution: Land soll sich für Milch-Bauern einsetzen

Waldeck-Frankenberg. Der niedrige Milchpreis stürzt die Bauern in die Krise. Auch in Waldeck-Frankenberg bangen viele Landwirte um ihre Existenz.

Mit 384 Betrieben, in denen 23 220 Kühe stehen – so aktuelle Zahlen vom Landwirtschafts-Dezernenten Fritz Schäfer (CDU) –, ist die Milchviehhaltung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Waldeck-Frankenberg. Doch bei Preisen von derzeit weniger als 20 Cent pro Kilogramm Milch legen die Landwirte drauf. „Die Milchpreiskrise dauert schon seit Monaten an und spitzt sich immer weiter zu. Insbesondere für die kleinen, bäuerlichen Milchviehbetriebe in unserem Landkreis stellt sie einen untragbaren Zustand dar“, erläuterte Jürgen Frömmrich (Grüne) den Resolutionsantrag seiner Fraktion.

Zwar sollen als Entlastung wegen drastisch gesunkener Preise die Bauern vom Bund Nothilfen von mindestens 100 Millionen bekommen. Doch bei Einnahmeverlusten der Landwirte von 27,6 Millionen Euro pro Jahr allein im Landkreis Waldeck-Frankenberg seien diese Mittel „Peanuts“, sagte Schäfer gestern im Kreistag.

Einen kleinen Beitrag will der Landkreis künftig selbst leisten: Der Kreisausschuss soll Vorschläge erarbeiten, wie Milchprodukte besser regional vermarktet werden können, unter anderem über ein Schulmilchprogramm.

Kritisch sieht allein die AfD-Fraktion den Resolutionsantrag: Sinnvoller sei es zu fordern, die Sanktionen gegen Russland als eigentliche Ursache fallen zu lassen, erklärte Fraktionsvorsitzender Jan-Ralf Nolte. Die AfD stimme dem Antrag als „zweitbeste Lösung“ trotzdem zu.

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Von Lutz Benseler

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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