Neues Landarzt-Projekt: Mehr Mediziner zieht es in den Landkreis

Waldeck-Frankenberg. „Landarzt werden“: Zehn Mediziner, darunter Haus- und Fachärzte (Chirurgen, Gynäkologen, Internisten) sowie Studenten haben nach Angaben des Landkreises in den vergangenen zwölf Monaten konkretes Interesse gezeigt, in Waldeck-Frankenberg zu arbeiten.

Ein Teil der Mediziner sei weitervermittelt worden, berichtet Katharina Kappelhoff, die das Projekt „Landarzt werden“ betreut. „Mehrere allgemeinmedizinische Praxen, vor allem im Gebiet der Stadt Waldeck, konnten davon profitieren“. Als bundesweit erster Landkreis wirbt Waldeck-Frankenberg seit März 2015 mit einer Internet-Plattform um junge Mediziner, um die Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicherzustellen.

Dem Lockruf in den Landkreis sind Mediziner auch auf anderen Wegen gefolgt. Junge Ärzte beginnen in den Krankenhäusern in Korbach, Bad Wildungen und Frankenberg ihre Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. In 22 Hausarztpraxen können sie ihre Weiterbildung abschließen. Viele junge Mediziner absolvieren zudem einen Teil ihres Praktischen Jahres in akademischen Lehrpraxen.

Ob dies dazu beitrage, sie für einen Karrierestart in der Region zu begeistern, sei schwer zu beurteilen, sagt die Koordinatorin. Mit der intensiven Begleitung verbinde sich auch die Hoffnung, „die Mediziner auch langfristig im Landkreis zu halten“.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen ist der Landkreis zurzeit in weiten Teilen mit Hausärzten überversorgt. Die Mittelzentren Bad Arolsen, Korbach und Bad Wildungen sind für Neuzulassungen gesperrt. Für Allendorf/Battenberg werden drei, für Frankenberg ein halber unbesetzter Hausarztsitz ausgewiesen. Bis 2025 müssten nach Prognosen der KV 62 Arztsitze nachbesetzt werden, um die jetzigen Arztzahlen zu halten, ein Pensionsalter von 65 Jahren angenommen.

Von Thomas Kobbe

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