Niedriger Milchpreis: Bauern schaffen ihre Kühe ab

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Leerer Stall: Klaus Schmal (links) und Kreislandwirt Fritz Schäfer haben die Milchproduktion auf ihren Höfen eingestellt.

Waldeck-Frankenberg. Immer mehr Landwirte geben ihre Kühe ab, weil sich für sie die konventionelle Milchproduktion wegen des niedrigen Milchpreises nicht mehr lohnt.

Es ist eine direkte Folge der Milchkrise. „Unser Landkreis Waldeck-Frankenberg ist vom Preisverfall besonders stark betroffen, weil wir viele Milchviehhalter haben“, sagt Fritz Schäfer.

Der Kreislandwirt hat selbst seine 85 Milchkühe verkauft. „Natürlich habe ich das vornehmlich aus Altersgründen getan. Ich bin 63 Jahre alt, die Kinder arbeiten außerhalb der Landwirtschaft. Wenn der Milchpreis jedoch höher gewesen wäre, hätte ich weitergemacht und jemanden eingestellt, der auf dem Hof hilft.“

Ähnlich ist es Klaus Schmal (54) ergangen. Der Landwirt aus Sachsenhausen hat seine 65 Kühe abgegeben. „Ich bin gesundheitlich angeschlagen, hätte aber mit einer weiteren Arbeitskraft die Milchviehhaltung fortgesetzt. Da der Milchpreis aber nur bei 20 Cent pro Liter liegt, habe ich aufgehört“, so Schmal. 35 Cent hätte er mindestens gebraucht.

„Die Rentabilität in der Milchviehhaltung ist derzeit in keinem Betrieb gegeben. Je nach Alternative und Betriebssituation wird die Entscheidung aufzuhören, jetzt schneller als in den Vorjahren getroffen“, berichten Stephanie Wetekam und Matthias Eckel von den Kreisbauernverbänden Waldeck und Frankenberg.

Doch nicht jeder Milchviehalter kann einfach aufhören. Dabei sind gar nicht so sehr bestehende Lieferverträge mit den Molkereien das Problem. „Es ist so viel Milch auf dem Markt, die Molkereien erhalten genug. Und was sollen sie machen, wenn sich ein Landwirt entscheidet, nicht mehr zu produzieren?“, fragt Schäfer. Problematisch ist es hingegen für Milchviehhalter, die verschuldet sind. „Es gibt Betriebe, die nicht aus der Produktion aussteigen können, weil sie wegen Investitionen noch Verbindlichkeiten haben“, so Wetekam.

Von Philipp Daum

Die Entscheidung ist Klaus Schmal schwer gefallen. Was er und Fritz Schäfer dazu sagen, lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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