Pflegeheime setzen auf Sender für verwirrte Bewohner

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Altenpflege: Einige Senioreneinrichtungen greifen auf technische Überwachungsmittel zurück, um Bewohner im Falle eines Falles schneller aufgreifen zu können. Es gibt aber auch Betreiber, die das konsequent ablehnen.

Waldeck-Frankenberg. Wenn verwirrte Bewohner aus Seniorenheimen verschwinden, schweben sie oft in Lebensgefahr.

Es fehlen wichtige Medikamente, außerdem können sich die älteren Menschen schnell verlaufen. Um das zu verhindern, setzen Senioreneinrichtungen zum Teil auf Sender in Uhren oder Schuhen.

„Wir greifen in unseren Einrichtungen in Gemünden, Battenberg und Sachsenhausen auf technische Möglichkeiten zurück. An Demenz erkrankte Bewohner mit starken Weglauftendenzen erhalten unter Umständen eine Armbanduhr mit Sender“, berichtet Christian Peter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Frankenberg. Übertreten die Bewohner eine Türschwelle, die aus der Einrichtung heraus führt, ertönt auf dem Handy der Pflegekräfte stiller Alarm. „In der Fußmatte ist eine Kontaktschleife. Die Pflegekräfte wissen, an welcher Tür der Bewohner das Haus verlassen hat, können reagieren und ihn bitten, zurückzugehen.“

Technische Hilfsmittel werden laut Peter sehr selten eingesetzt - die Quote liege zwischen einem und fünf Prozent der Bewohner. Das DRK greife darauf nur zurück, wenn die Bewohner zuvor ihr Einverständnis gegeben haben - oder wenn deren gesetzliche Betreuer oder Vorsorgebevollmächtigte einverstanden sind und bei Bedarf das Betreuungsgericht involviert ist. Auch das DRK im Nachbarkreis Schwalm-Eder setzt auf Überwachungstechnik, Sender werden im Schuh der Bewohner installiert. Die Hephata Sozialen Dienste und Einrichtungen im Schwalm-Eder-Kreis setzen GPS-Sender ein, mit denen Bewohner geortet werden können.

Tanja Guth vom Tagespflegezentrum Gut Eichhof bei Rosenthal macht sich mit Blick auf den geplanten Neubau ihrer Senioreneinrichtung in Burgwald auch Gedanken über technische Hilfsmittel. „Wir werden prüfen, ob wir künftig darauf zurückgreifen“, sagt sie.

Was weitere Senioreneinrichtungen zu technischen Hilfsmitteln sagen, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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