Pokémon Go: Monster kämpfen auch in Battenberger Kirche

Das Alte Rathaus in Battenberg ist auch ein Pokéstop: Dominik Miklitsch (links) und Denis Schäfer beide 21 und aus Rennertehausen, fahren für das neue Handyspiel „Pokémon Go“, das sie hier auf ihren Smartphones zeigen, durch das Frankenberger Land, um virtuelle Monster zu jagen. Foto:  Paulus

Frankenberger Land. Das neue Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ hat innerhalb weniger Tage die ganze Welt erobert. Auch viele Menschen im Frankenberger Land sind schon verrückt nach der virtuellen Jagd auf kleine Monster, die sich an realen Orten verstecken.

Dominik Miklitsch sitzt am Gartentisch und öffnet die Pokémon-App auf seinem Handy. „Da ist gerade ein Pokémon“, sagt der 21-Jährige Rennertehäuser und zeigt ein kleines Monster, das auf einer Straßenkarte nicht weit von seinem Elternhaus entfernt steht. Es heißt Krabby und sieht auch aus wie eine Krabbe. Dominik wischt mit seinen Fingern über das Handydisplay und wirft eine Kugel - einen Pokéball - auf das Monster. „Klasse“ steht auf dem Bildschirm, und Dominik bekommt Punkte für den Treffer.

Vom Gartentisch aus lassen sich Pokémons nur selten fangen. „Pokémon Go“ ist - wie der Name sagt - ein Spiel, um rauszugehen. Dominik ist meistens mit seinem Kumpel Denis unterwegs. „Einer fährt Auto, der andere guckt aufs Handy“, sagt Denis.

Über die App suchen sie nach Pokémons, Pokéstops und Arenen; und die befinden sich zwar auf einer virtuellen Karte, sind aber über GPS und Google Maps mit der Realität verknüpft. So ist zum Beispiel die katholische Kirche in Battenberg eine Arena, in der sich Pokémons zum Kämpfen treffen. „Je größer die Stadt, desto mehr Pokéstops“, sagt Denis.

Die beiden spielen „Pokémon Go“ meisten abends nach der Arbeit. Süchtig seien sie noch nicht, sagen sie. „Dafür, dass wir es erst seit letzter Woche haben, haben wir aber schon viele Punkte geholt“, sagt Dominik. Beide sind schon bei Level 15 angelangt. „Es gibt aber Bessere.“

Aber auch bei vielen anderen - jungen und älteren - sei das Spiel mittlerweile „ein riesiger Hype“ geworden, sagt Denis. „Viele kennen Pokémon ja noch als Klassiker von früher vom Gameboy oder als Kartenspiel“, sagt Dominik. „Bei mir in der Fußballmannschaft spielen das jetzt fast alle.“ Die Begeisterung führte wohl dazu, dass der Server für das Spiel am Wochenende überlastet gewesen sei, erzählen sie.

In Waldeck-Frankenberg gibt es bei WhatsApp und Facebook schon Gruppen, die sich über „Pokémon Go“ austauschen, in Teams zusammenfinden und informieren, wo im Landkreis sich Pokéstops befinden. Auf dem Frankenberger Obermarkt hat Denis am Wochenende eine große Gruppe von Spielern gesehen, die es sich dort mit Campingstühlen gemütlich gemacht hatten. In Homberg/Efze (Schwalm-Eder) musste Montagnacht sogar die Polizei einschreiten, weil sich Anwohner am Marktplatz über den Lärm von 20 Pokémon-Jägern beschwert hatten.

Vielleicht behält Denis Schäfer ja Recht: „Der Hype wird sich auch irgendwann wieder legen.“

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