Sie bestreiten aber Bandenbildug

Prozess: Angeklagte geben kiloweisen Handel mit Drogen zu

Marburg/Frankenberg. Drogenhandel im großen Stil wirft die Staatsanwaltschaft Marburg vier Männern im Alter von 26 bis 50 Jahren vor. Sie sollen als Bande im Raum Frankenberg, im Sauerland und im Ruhrgebiet aktiv gewesen sein.

Neben dem Bandenvorwurf geht es vor dem Marburger Landgericht auch um die Frage, ob bei der Begehung der Straftaten Waffen mitgeführt wurden, was noch einmal härter bestraft wird. Die Angeklagten bestreiten beides, drei von ihnen gaben den Drogenhandel an sich aber zu.

Laut Anklage hat der Hauptangeklagte, ein 27-Jähriger aus dem Sauerland, den Handel mit kiloweise Amphetaminen, Haschisch, Marihuana sowie Ecstacy organisiert. Ein 50-Jähriger aus dem selben Ort habe als Fahrer fungiert und ebenso wie der mitangeklagte Bruder des mutmaßlichen Drahtziehers, ein 26-Jähriger aus dem Ruhrgebiet, sowie ein 30-Jähriger aus dem Frankenberger Land, größere Mengen der Drogen aufbewahrt und auch verkauft.

Bei ihnen hatte die Polizei mehrere Kilogramm sichergestellt, bei dem 50-Jährigen und dem 30-Jährigen auch Waffen, darunter scharfe Pistolen und Munition. Bei dem 26-Jährigen neben Drogen Chemikalien zur Amphetamin-Herstellung.

Während der 30-Jährige schwieg, legten die anderen Männer Geständnisse ab. „Wir haben sicher nicht als Bande gearbeitet, jeder hat sein eigenes Ding gemacht“, sagte der 27-Jährige, der gestand, 28 Mal mit Drogen gehandelt zu haben. Weil er selbst keinen Führerschein hat, habe er den 50-Jährigen gebeten, ihn zu fahren. Dieser habe aber nie die Geschäfte für ihn abgewickelt. Die beiden anderen Angeklagten seien eher Kunden gewesen, auch sein Bruder, dem er gezeigt habe, wie Amphetamine hergestellt werden und dem er die Grundstoffe besorgt habe.

Als die Polizei bei einem Bekannten die Wohnung durchsucht und dabei seine dort gelagerten Utensilien gefunden habe, bat der 27-Jährige eigenen Angaben nach den 50-Jährigen, Taschen, die er zuvor mit Drogen und Waffen gefüllt hatte, an sich zu nehmen. Die Messer und Pistolen hätte er nie einsetzen wollen, so der Angeklagte, es seien nur Sammelobjekte gewesen, die seine Wohnung sonst nie verlassen hätten, beteuerte er.

Der 50-Jährige betonte, nie in die Taschen, die bei ihm sichergestellt wurden, hineingeschaut zu haben. Auf Vorhalt von Staatanwalt Sebastian Brieden sagte er aber, vermutet zu haben, dass Drogen drin waren. Für seine Fahrdienste habe er kostenfrei Amphetamine bekommen, teilweise die Drogen auch weiterverkauft, so der Mann.

Auch er habe Drogenhandel betrieben, so der Bruder des Hauptangeklagten, aber auf eigene Faust. Eine Bande habe es nie gegeben, beteuerte er. Den 30-Jährigen sehe er zum ersten Mal.Der Prozess wird am 24. Mai fortgesetzt. (kse)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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