Stadt Rosenthal hatte Freizeitkomplex im Zuge der Flüchtlingsunterbringung zunächst erworben

Hofraithe steht kurz vor dem Weiterverkauf 

Soll laut Bürgermeister Hans Waßmuth auch nach dem Weiterverkauf touristisch genutzt werden: Der Freizeitkomplex Hofraithe im Rosenthaler Altstadtkern. Fotos: Daum

Rosenthal. Die Stadt Rosenthal steht kurz vor dem Weiterverkauf des Tagungs- und Freizeitkomplexes Hofraithe. Das berichtete Bürgermeister Hans Waßmuth in der jüngsten Parlamentssitzung.

Zur Erinnerung: Um Flüchtlinge unterzubringen hatte die Stadt die Hofraithe samt Residenz gekauft - das ging nur als Gesamtpaket, weil der Verkäufer Pitt Fischer seine Gebäude nur als solches anbot. Bürgermeister Hans Waßmuth hatte aber stets betont, dass Flüchtlinge nur in der Residenz untergebracht werden sollen. Mittlerweile leben dort 44 Asylsuchende. Der Plan sah deshalb auch vor, dass die Stadt die Hofraithe bei passendem Angebot direkt weiterverkauft - und zwar mit einer vertraglich fixierten Dienstbarkeit, die festlegt, dass die Hofraithe weiter touristisch genutzt wird.

„Es gibt bereits einen Entwurf des Kaufvertrages. Zwischen der Stadt und dem Käufer, der schon letztes Jahr erstmals Interesse geäußert hatte, ist eine Einigung erzielt worden. Wir verkaufen die Hofraithe für 350.000 Euro, also für den gleichen Preis, den wir für den Erwerb gezahlt haben“, so Waßmuth, der den Namen des Käufers noch nicht nennen wollte. Erst müsse alles unter Dach und Fach sein.

Nicole Kahler übte Kritik

Die Stadtverordneten nahmen die Nachricht überwiegend erfreut auf. Dirk Golde (CDU) merkte zwar an, dass man sich auch andere Kostellationen wie etwa den Verkauf von Einzelgebäuden für eine Erweiterung der Alten Schule hätte vorstellen können (siehe Artikel unten). „Nun kann das Gesamt-Areal aber zu gleichen Konditionen weiterverkauft werden. Zudem ist gewährleistet, dass die Hofraithe touristisch weitergeführt wird. Das ist vernünftig“, so Golde.

Christian Nell (FDP) wies darauf hin, dass es auch in seiner Fraktion unterschiedliche Meinungen gebeben habe. Letztlich sei der rasche Weiterverkauf aber zu begrüßen. Etwas anders sah es Nicole Kahler: „Ich hätte mir gewünscht, dass noch länger über Alternativen und andere Lösungen gesprochen worden wäre“, sagte sie. Am Ende stimmten dann alle Stadtverordneten mit Ausnahme von Nicole Kahler, die sich der Stimme enthielt, für einen Weiterverkauf der Hofraithe.

Der HNA sagte Bürgermeister Waßmuth, dass noch einige Wochen bis zum endgültigen Verkauf vergehen werden. „Bislang ist die Stadt noch gar nicht im Grundbuch eingetragen, daher muss der Weiterverkauf etwas warten.“ Waßmuth bekräftigte noch einmal die Wichtigkeit des Weiterverkaufs: „Als wir die Hofraithe erwarben, haben wir dem Tourismus geschadet. Es kann nicht sein, dass die Stadt eine Infrastruktur für den Tourismus aufbaut, die Betten dann aufkauft und leer stehen lässt.“ Der jetzige Schritt sei daher logisch gewesen. „Die Stadt Rosenthal verkauft die Hofraithe mit dem Ziel, dass die bisherige Nutzung beibehalten und verbessert wird“, sagt Waßmuth.

Auf die Frage, ob ein Weiterbetrieb der Hofraithe als Tourismusareal in jedem Fall gesichert sei, sagte Waßmuth: „Im Kaufvertrag sind die Interessen der Stadt berücksichtigt und werden vom Käufer mit der Unterschrift akzeptiert. Die Stadt tätigt nur einen Verkauf, wenn sich die Ziele der Käufers mit deren Vorstellungen decken.“

Welche Pläne die Inhaber der Alten Schule mit einem Gebäude der Hofraithe hatten und einen Kommentar zum Weiterverkauf der Hofraithe lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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