Steuerzahlerbund prüft Kauf der Wohncontainer für Flüchtlinge

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Wohncontainer: Diese Mobilheime in Frankenberg sind seit Mai bewohnt.

Waldeck-Frankenberg. Der Bund der Steuerzahler Hessen hat die Anschaffung der 86 Wohncontainer aus Litauen für Flüchtlinge im Landkreis im Visier.

Das teilte Landrat Dr. Reinhard Kubat in einer Veranstaltung mit freiwilligen Flüchtlingshelfern in Frankenberg mit - und betonte, dass der Kreis nach wie vor zu der Entscheidung stehe, diese Mobilheime angesichts der großen Zahl von Flüchtlingen im Herbst und Winter erworben zu haben.

Der Steuerzahlerbund, der gegen Verschwendung von Steuergeldern kämpft, wurde „aus Kreisen der Bevölkerung“ auf den „Sachverhalt“ aufmerksam gemacht, erläuterte Clemens Knobloch, Leiter der Haushaltsabteilung, auf Anfrage. Ob und in welcher Form der Steuerzahlerbund dazu Stellung nehme werde, hänge vom Ergebnis der Recherche ab. Er habe Ende Juni eine Anfrage an den Landkreis geschickt und wolle erst die Nutzungsentwicklung der Wohncontainer abwarten, sagte Knobloch.

Wie berichtet, hatten 17 Kommunen im Herbst 86 Wohncontainer für insgesamt 1,6 Millionen Euro aus Litauen bestellt. Der Zustand der zuvor als Ferienunterkunft genutzten Mobilheime ließ zu wünschen übrig. Zudem erwies sich der Anschluss an Strom, Gas und Wasser als aufwändig.

Derzeit sind erst vier Container in Frankenberg und vier in Allendorf-Eder für den Bezug hergerichtet worden - und seit Mai auch bewohnt. Die beiden Kommunen verbuchten jeweils 60 000 Euro Anschlusskosten. Die Finanzierung der Mobilheime erfolgt über die Unterbringungspauschale des Landes.

Wie Landrat Kubat bleiben auch die Bürgermeister bei ihrer Meinung: „Die Anschaffung der Wohncontainer war in der damaligen Ausnahmesituation richtig.“ Das sagt e Sprecher Christian Klein (Battenberg) nach einem Treffen am Donnerstag.

Derzeit habe sich die Wohnraumsituation etwas entspannt. Aber die meisten Kommunen wollten die Container als Puffer nutzen. „Denn niemand weiß, wie viele Menschen im Sommer noch über das Mittelmeer kommen werden“, sagt Klein.

In den acht Mobilheimen in Frankenberg und Allendorf-Eder wohnen Familien. Sie fühlen sich laut Andreas Mann von der Kreisverwaltung wohl. Nach langer Zeit in Erstaufnahme-Einrichtungen schätzten sie die Privatsphäre. Wie es bei Temperaturen von minus 15 Grad im Winter werde, müsse man sehen.

Einen Kommentar zu diesem Thema in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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