Uniklinik Marburg: Tötung von Frühchen derzeit nicht nachzuweisen

Marburg. Die Staatsanwaltschaft Marburg will eine frühere Krankenschwester aus der Haft entlassen. Sie wird verdächtigt, Frühchen am Uniklinikum Marburg getötet zu haben.

Wie berichtet, waren vor einigen Monaten im Blut eines Babys an der Klinik erhöhte Werte eines Narkosemittels festgestellt worden. Daraufhin wurde die Frau festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass es weitere Fälle gab und Frühchen durch das Narkosemittel sogar gestorben sein könnten. Erste Zwischenergebnisse hatte die Staatsanwaltschaft bereits im Mai.

„Aufgrund des Ergebnisses des Sachverständigengutachtens ist derzeit der Nachweis eines Tötungsdelikts nicht zu führen“, heißt es nun von der Staatsanwaltschaft. Es sei jedoch davon auszugehen, dass zumindest drei Frühchen ein Beruhigungsmittel und einem davon auch ein Narkosemittel verabreicht worden seien. „Allerdings unternahm die Beschuldigte in allen Fällen nach der Verabreichung der Medikamente Anstrengungen, um den Todeseintritt der Kinder zu verhindern", so die Staatsanwaltschaft.

Da die Verurteilung der Beschuldigten wegen eines Tötungsdelikts derzeit nicht mehr wahrscheinlich sei und andere Haftgründe wie Flucht- oder Verdunklungsgefahr nicht ersichtlich seien, müsse die Aufhebung des Untersuchungshaftbefehls beantragt werden. Die Ermittlungen würden dennoch fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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