Nur wenige Frauen sind in den Parlamenten

Waldeck-Frankenberg. Frauen sind in den Parlamenten in Waldeck-Frankenberg nach wie vor unterrepräsentiert.

Ob auf Kreisebene, in den Städten und Gemeinden oder in den Ortsbeiräten, sie sind auch seit der Kommunalwahl im März eine klare Minderheit. Bei den Stadtverordneten und Gemeindevertretern ist ihr Anteil in Waldeck mit nur einer Frau von 31 Parlamentariern (3,2 Prozent) verhältnismäßig am geringsten.

In Frankenberg sind immerhin zehn von 31 Stadtverordneten weiblich – 32,3 Prozent. Somit haben dort vergleichsweise viele Frauen Mitspracherecht in der Kommunalpolitik, prozentual noch mehr als in Bad Wildungen, wo elf von 37 Abgeordneten Frauen sind (29,7 %). Im Vergleich steht auch der Kreistag gut da: 20 von 71 Sitzen (28,2 %), werden von Frauen belegt.

Laut einer bundesweiten Studie (Hintergrund) liegt der Frauenanteil in kommunalen Parlamenten im Schnitt bei 25 Prozent. Die Gründe sind vielfältig. Entscheidend ist der Studie zufolge der Zeitfaktor. Für Frauen, die Kinder großziehen und erwerbstätig sind, sei es eine Herausforderung, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Die Hälfte der befragten Kommunalpolitikerinnen bringt jede Woche mehr als zehn Stunden für ihr Ehrenamt auf. Die Daten zeigten zudem, dass gezielte und persönliche Ansprache wichtig sei, um Frauen für die Parlamente zu gewinnen.

In der Hainaer Gemeindevertretung mit zwei Frauen bei 23 Parlamentariern standen zwar mehr Frauen auf den Vorschlagslisten – „sie wurden nicht mit den nötigen Stimmen bedacht“, sagt Bürgermeister Rudolf Backhaus. Er vermutet, dass diese bis dahin wenig öffentlich aktiv und somit kaum bekannt waren.

Auch in vielen Ortsbeiräten sind nur Männer, in anderen höchstens ein oder zwei Frauen. Im Ortsbeirat Vöhl waren in der vergangenen Legislaturperiode sogar mehr als die Hälfte der Mitglieder weiblich: fünf von neun. Nun sind es nur noch zwei. (red)

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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